Re: Reisebericht Nr. 3 - Ashani
20.03.2010 17:50:25
Knurri, knurri, hab heute gute Laune, liege irgendwo im
Schatten und erhole mich vom Winter. Im Flieger hat man
mir das letzte Fressen gut durchgeschüttelt. Mir war über-
haupt ganz damisch. Aber jetzt bin ich der Mittelpunkt.
Eigentlich hab ich´s ja dick, wenn mich alle Menscherl
angrabschen wollen. Was tut man nicht alles, um die Leute
bei Laune zu halten. Wuff.
Frauchen hat unheimlich viel Zeit für mich, schwanzelt den
ganzen Tag um mich herum und gurrt mit mir. An diese Anmache
muß ich mich auch erst gewöhnen. Ich merke aber ganz deutlich,
wie gut ich für ihre Seele bin. Meine Seele beschäftigt sich nur
mit den nächsten Leckerlis, die mir irgendwer zusteckt. Herrchen
darf´s halt nicht sehen. Er meint, ich sei zu dick. Soll sich doch
selbst anschaun. Wuff.
Von den Hundemädchen brauche ich nichts erzählen. Die sind
alle so zickig. Das färbt ab. Mit den Buam kann ich´s viel besser.
Die wickel ich um meine linke Vorderpfote. Schnuppern lasse
ich sie schon, merke aber den Unterschied. Kommt mir so
Spanisch vor. Wuff.
Täglich nehme ich mein Herrchen an die Leine und ziehe ihn
mitten durch Land und Leute. Er kümmert sich rührend um
mein Output. „Braves Mädchen, fein gemacht!“ Was er nur daran
findet? Wuff.
Heute hat mich doch so eine kleine, schwarze Zicke angeklefft.
Hab gleich geschnuppert und starken Schweizer Mundgeruch
geortet. Hab kräftig zurückgeklefft und gemerkt, dass ich in den
Stimmbruch gekommen bin. Schmarrn, bin ja ein Mädchen. Wuff.
Meine schönsten Begegnungen hab ich mit zwei Kätzchen. Die eine
ist ein Kater, heißt Paul und hat Haare auf den Zähnen. Die kann
ganz schön austeilen. Also lasse ich sie links liegen. Die andere ist das
glatte Gegenteil. Die heult jämmerlich, stellt die Haare zu Berge und
erwartet Mitleid. Weiberleut. Kenn ich doch von mir. Wuff.
Mit Grausen denke ich an den Rückflug. Allein. Krach. Und lang
dauert´s halt. Ehrlich gesagt, mir hat´s nicht so gut gefallen. Da ist ja
eine Hitze, auch nachts. Nö, nicht mein Ding. Mit den einheimischen
Viecherln hab ich wenig Kontakt. Die sind so verlaust. Deswegen höre
ich nur vom genüberliegenden Gehweg dumme Bemerkungen:
Eingebildete Kranke mit so viel Pelz. Wuff, kann ich da nur sagen und
trage meine Nase gleich noch eine Etage höher.
Das war´s für heute, muß allerdings zugeben, dass mir Herrchen beim
Tippen geholfen hat, sonst könntet Ihr alle nur XCVVXDFGG lesen. Das
ist mein Vorderballen.
Wuff und bis bald in Old-Germany.
ASHANI