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Thema ": Couchreisen":

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Forum | Reiseversorgung | : Couchreisen

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Kalli

Beiträge: 627

Re: : Couchreisen

05.11.2010 10:18:37

Wer auch immer Du bist,dass, was Du für mich tust,
mit Deinen "Geschichten"ist kaum zu überbieten.
Dazu fällt mir ein :

Bring uns mehr Verbundenheit,
schenk uns Ruhe,Einkehr,Rast,
nur ein kleines bisschen Zeit
statt der Eile und der Hast!

Liebe Grüsse Bob

tonleo

Beiträge: 195

Re: : Die Neunte, Epilog und Ruhe

05.11.2010 11:05:51

Hallo liebe Freunde,
also kam Beethoven zu der Neunten, klingelte, sie machte ihm auf und was machte der Bursche? Unvermittelt stürzte er sich auf sie, nahm ihr fast die Luft weg mit seiner plumpen Umarmung. Die Neunte aber, klever wie alle Frauen im mittleren Alter fing an zu schreien. Und Schrei hier und Schrei da, endlich kam die Sittenpolizei und führte den Ludwig weg. Jetzt sitzt er da und sprüht Gotterfunken.
Bei mir kommt ganz anderes. Die Sittenpolizei kommt auch ohne Hilferufe und, Boing! verordnet mir Schreibverbot. Deshalb ist dies die letzte Folge. Es war auch Zeit, auch wenn Ihr mich immer wieder ermuntert habt.
Nun muß ich anfangen zu packen, denn nächste Woche fliege ich nach Spanien für ein paar Wochen. Es ist mein erster Flug nach drei Jahren. Wollen wir sehen , was das Emphysem macht.
Sollte ich in einer berichtsfähigen Form zurück kommen werde ich gerne (seriös) darüber erzählen. Sollte die Berichtsfähigkeit aber irgendwie abhanden kommen, sehen wir uns vielleicht wieder da unten. Für oben habe ich ohnehin keine Chance.

Also die Neunte:
_____________________________________________________
Ich kam völlig außer Atmen und ziemlich durcheinander nach Hause.
Meine Frau wunderte sich, mich so bald wieder zu sehen und dann in einem solchen Zustand.
„ Was ist los? Was ist passiert? Geht es Dir nicht gut?“
„ Nein, es ist nichts, ich bin Ok, nur ein wenig kurzatmig. Gib mir bitte ein Glas Wasser“
„Ja gerne. Erzähl mal, wo wart ihr essen, was gab Gutes?“
„Wir waren im Tre-topini –verdi, aber ich habe gar nichts gegessen. Ich will Dir alles erzählen.“
„Aber Du hast sicherlich Hunger. Ich haue schnell ein paar Eier in die Pfanne. Reden können wir später“
Schon duftete die Wohnung nach gebratenem Speck. Im Nu hatte meine Frau einen wunderschönen Teller mit Spiegeleiern auf Speckscheiben und Salzgurken-Rädernchen fertiggestellt, dazu Toastbrot und eine Flasche Bier. Die Spiegeleier schmeckten vorzüglich und ich hätte sie nicht gegen die teuersten Austern dieser Welt eingetauscht. Das Bier passte dazu wesentlich treffender als der beste Chablis, egal ob cul de la comtesse oder cul de la duchesse. Meine Frau guckte vergnügt zu mit welchem guten Appetit ich den Teller leer aß und ihn anschließend mit Brot blank rieb. Als ich fertig war, unterdrückte ich dezent ein Rülpschen , nahm noch einen Schluck Bier und begann zu erzählen:
„ Weiß Du , ich hätte beinahe unsere ganzen Ersparnisse auf dem Kopf gehauen. Es kam so....“
Ohne etwas zu beschönigen oder wegzulassen erzählte ich die ganze Geschichte. Meine Frau hörte aufmerksam zu ohne mich zu unterbrechen.
Am Ende sagte sie ganz ruhig und unaufgeregt: “Du wolltest gar nicht das Geld verspielen . Du hast alles für uns gemacht, damit wir ein besseres Leben haben könnten“.
Von so viel Verständnis war ich so gerührt, dass meine Augen feucht wurden.
„ Weiß Du, ich hatte so ein schlechtes Gewissen Dir gegenüber. Es kam mir vor als hatte ich Dich verraten .. Ich dachte stets an Deine armen Schulter “, gestand ich und meine Augen wurden dabei noch etwas feuchter.
„Aber, Liebling, Du weinst ja.“ , stellte meine Frau verwundert fest.
„ Nein, nein, es ist nichts, ich bin auf einmal so müde“
„Kein Wunder nach dem was Du mitgemacht hast. Komm, lege Dich ein Stündchen hin, aber ich habe da einen Wunsch. Bitte, nicht auf die Couch, komm ins Bett. Wenn es Dich beruhigt, lege ich mich neben Dir auch hin.“
„Ich habe Melkfett besorgt. Das soll gut gegen Schulterschmerzen sein“
„ Ach, das wäre schön, wenn es wirken würde“
„ Ich reibe Dich gleich ein“
Sie legte sich auf den Bauch . Ganz zärtlich massierte ich ihre wunderbar noch jung gebliebenen Schultern mit Melkfett ein. Meine Hände kreisten sanft über ihre Haut und ich merkte wie ihre Muskel sich entspannten und wie neue Kraft in ihrem Körper entstand. Ihre Schulter fühlten sich seiden und angenehm warm an.
Und dann passiert es. Wie durch ein Wunder wachte bei mir ein erloschen geglaubtes Feuer wieder auf. War das Melkfett durch meine Hände tief in meinen Körper gewandert und hatte es das Tiefste meiner Seele erreicht? Wie die zweite Blüte einer Rose im Herbst begegnete uns das zarte, sanfte, ruhige und bewusste Gefühl der wiederentdeckten, reiferen und romantischen herbstlichen Liebe.

Auf eine solche wunderbare Weise endeten meine nachmittägliche Couchreisen.
Von da an kehrte ich zu der früheren Gewohnheit zurück, auch am Nachmittag ins Bett zu gehen.
Meiner Frau ging es sehr gut. Sei es durch die Massagen, sei es durch das Melkfett oder durch die neue alte Liebe, sie war schmerzfrei und sie genoss die unbekümmerte Leichtigkeit einer zweiten Jugend. Sie meinte, die Wasserbetten seien jetzt völlig überflüssig.
Auch die Küchenrenovierung möchte sie auf ein Minimum reduzieren.
Mit dem gesparten Geld möchten wir im Frühjahr eine romantische Kreutzfahrt in die Karibik unternehmen.

Max wurde nie wieder gesehen. Vielleicht wohnt er jetzt in Gummersbach bei seiner geliebten Erbtante.
Die blaue Couch ist in meinem Arbeitszimmer geblieben. Lediglich der Westermann Hausatlas liegt jetzt im Bücherregal neben dem Knaurs Tierbuch für die Jugend.
Die Lampe Kök verrichtet wie immer noch brav ihre Dienste. Jeden morgen beim Betreten des Arbeitszimmer begrüße ich sie und sage ihr leise danke. Und sie, die gute alte Kök, mit ihren heiteren und verständnisvollen Rillen scheint rätselhaft zu lächeln, scheint zu verstehen, was uns Menschen wirklich bewegt, scheint unsere verborgenen Sehnsüchte zu erfassen.

____________________________________________________

Copyright Antonio Leogrande 2010
___________________________________
In Köln wütete früher ein Boxer Namens Müller, genannt der AAp, also der Affe, weil er immer Scherzchen und Späßchen machte. Wenn der Aap einen Gegner KO geschlagen hatte, pflegte er den Kampf mit den Worten zu beenden:
"Schluß, Pen pen, finí Malheur de Cacque".
Die gleichen Worte würden vielleicht auch hier gut passen.
Adieu

EDDI

Avatar von EDDI

Beiträge: 10853

Re: : Couchreisen

05.11.2010 16:48:30

Diese Geschichte wurde doch schon ab 24.11.2008 ,mit leicht
verändertem Inhalt geschrieben.Trotzdem schön romantsich.

Ruhrpottmotte

Avatar von Ruhrpottmotte

Beiträge: 2780

Re: : Couchreisen

06.11.2010 09:18:47

Lieber Tonleo,
es war schön deine Geschichten zu lesen.

Ich wünsche Dir für den Spanienurlaub einen guten Flug, angenehmes Wetter, gute Unterkunft, nette Leute zum plaudern und vielleicht ein paar Stündchen Muße eine neue Geschichte zu schreiben, damit Du diese uns nach deinem Urlaub zum Lesen gibst.

Paß auf Dich auf in Spanien.

Liebe Grüße Elke
launisch? Ich nenn das spontane emotionale Kreativität

tonleo

Beiträge: 195

Re: : Couchreisen

06.11.2010 10:22:41

Hallo Eddi,
vielen Dank für die Information.
Ich selber weiß nichts von einer Vorveröffentlichung.
Schon wegen des Copyrights würde mich schon interessieren, dieser Sache auf den Grund zu gehen.
Könntest Du mir mit weiteren Einzelheiten behilflich sein?
Danke und Gruß

EDDI

Avatar von EDDI

Beiträge: 10853

Re: : Couchreisen

06.11.2010 11:10:45

Grüß dich tonleo,
Veröffentlichung im Sinne des Schreibens hier im Chat,das solltest du aer wissen,das du das im Forum schon 2008 geschrieben hast du kannst es doch nachlesen,also kein copyright verletzt.

LG Eddi

tonleo

Beiträge: 195

Re: : Couchreisen

06.11.2010 17:38:21

Sei gegrußt Eddi,
endlich weiß ich was Du meinst: jenen Schinken, der in "Wort- und Denkspiele" als "Eine Liebesgeschichte" 2008 erschienen ist. Aber das hat mit der jetzigen Geschichte gar nichts gemeinsam.
Da fehlten Couch und Köks völlig. Außerdem war sie absolut melkfettfrei smile
Bleib xsund und munter.

Antonio alias tonleo

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