Kopfbild mit Logo
Suche:

Thema "Nutzung ÖPNV":

Boardübersicht Mein Profil letzte Beiträge

Forum | Recht & Gesetz | Nutzung ÖPNV

Seite:  1 | 2  

Namba_Wan

Beiträge: 144

Nutzung ÖPNV

12.06.2011 09:17:26

Hallo!

Meine Frau hat zu ihrem Behindertenausweis eine sogenanntes Beiblatt zur kostenfreien Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Dort sind Strecken der DB im Umkreis von 50 km zum Wohnort angegeben. Zu diesem Beiblatt bekommt meine Frau jährlich eine Gültigkeitsmarke. Da auf ihrem Behindertenausweis ein B eingetragen ist, können wir beide an unserem Wohnort und drum herum kostenfrei den ÖPNV nutzen. So weit so gut.

Was ist aber, wenn wir den 50 km-Bereich verlassen und uns im benachbarten Verkehrsverbund befinden? Befördert grundsätzlich jeder Verkehrsverbund Behinderte kostenfrei? Wenn dem so ist, könnte man sich ja mit dem ÖPNV von Verkehrsverbund zu Verkehrsverbund durch ganz Deutschland hangeln. Welchen Sinn aber würde dann das Beiblatt haben?

Oder mache ich mir völlig unnötige Gedanken?

Gruß NambaWan

Alle sagten, das geht nicht. Dann kam jemand, der das nicht wusste und machte es einfach.

Baliwerner

Beiträge: 209

Re: Nutzung ÖPNV

12.06.2011 10:57:57

Hallo NambaWan!
Es gibt in Deutschland noch Gebiete wo die Bundesbahn noch nicht einem Tarifverbund angschlossen ist. In diesem Fall kommt die 50 Km Regleung zum Tragen. Bei der Bundesbahn gibt es eine Übersichtskarte
für den Personenverkehr aus der ersichtlich ist, in welchen Gebieten die Bundesbahn einem Verkehrsverbund angehört.
In all diesen Gebieten kannst du mit entsprechender Jahreswertmarke frei fahren (falls "B"wink die Begleitperson natürlich auch. Bei der Bahn natürlich nur die Züge, in denen der Fahrpreis des jeweiligen Verbundes Gültigkeit hat.
Werner

c.fuerstenberg

Beiträge: 31

Re: Nutzung ÖPNV

12.06.2011 13:00:13

Namba_Wan schrieb:
Welchen Sinn aber würde dann das Beiblatt haben?

Hallo, ist es nicht so, dass durch das Beiblatt vor allem die Kostenbeteiligung des Behinderten nachgewiesen wird? Dies müsste immer dann gelten, wenn es keine gesonderte Befreiung dafür gegeben hat.
Aber ehrlich, ich verstehe die Regelung mit dem Verkehrsverbund auch nicht bis ins letzte Detail, doch hat man mir gesagt, ich könne praktisch in ganz Deutschland den ÖPNV nutzen. Vielleicht kann dies jemand an einem Beispiel noch einmal genauer erläutern? Das wäre vielleicht auch für andere Forumsbesucher hilfreich.

Danke und schöne Sommertage
Claudia

Letzte Änderung: 12.06.2011 13:00:46 von c.fuerstenberg

ruhojen

Avatar von ruhojen

Beiträge: 296

Re: Nutzung ÖPNV

12.06.2011 16:54:33

Ja,
ich habe auch zum Beh.-Ausweis das Beiblatt und wohne in Jena/Thür.
Als ich bei Goslar/Niedersachsen in Urlaub war habe ich mich erkundigt, ob ich den Bus von meinem Urlaubsort Wildemann nach Goslar und zurück mit meinem Ausweis benutzen darf. Das wurde mir bejaht. Auch in anderen Städten (Erfurt,Weimar) gab es keine Probleme.

Es ergäbe auch keinen Sinn, wenn das anders wäre. Ob es gesetzliche Grundlagen dafür gibt, weiß ich nicht.
Rudi

Letzte Änderung: 12.06.2011 16:56:38 von ruhojen

Baliwerner

Beiträge: 209

Re: Nutzung ÖPNV

12.06.2011 17:01:30

Hallo Claudia!
Ein Verkehrsverbund ist ein Zusammenschluß verschiedener Verkehrsunternehmen des öffentlichen Nahverkehrs in einem Bezirk mit einem Fahrpreistarif und einer gemeinsamen Fahrkarte.
Z.B. Bilden die Unternehmen Verkehrsunternehmen der Städte Köln, , Bonn,Siegburg usw. den Verbund des VRS (Verbund Rhein-Sieg)
Daran schließt sich der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr VRR an (umfassend das gemsate Ruhrgebiet) Diesen Verbünden hat sich auch die Deutsche Bahn angschlossen sowie auch falls vorhanden die Privatbahnen.
Für Berlin und Brandenburg existiert der Verbund VBB (Berlin-Brandenburg GmbH)
Werner

ruhojen

Avatar von ruhojen

Beiträge: 296

Re: Nutzung ÖPNV

12.06.2011 17:08:34

Habe soeben eine Seite entdeckt mit Diskussionsbeiträgen.
Zu finden unter www.my-deaf.com.
Sind zwar keine gesetzliche Regelungen, aber interessant.
Rudi

Letzte Änderung: 12.06.2011 17:39:20 von ruhojen

Namba_Wan

Beiträge: 144

Re: Nutzung ÖPNV

12.06.2011 21:19:32

c.fuerstenberg schrieb:

:. . . Vielleicht kann dies jemand an einem Beispiel noch einmal genauer erläutern? . . .

Das will ich dann mal versuchen. Wir wohnen in Sankt Augustin. Es gibt einen Nahverkehrszug nach Koblenz. Ganz grob in der Mitte dieser Strecke liegt Neuwied. Bis dahin gilt die 50 km-Grenze und dieser Ort ist als Ziel im Streckenverzeichnis angegeben. Darf ich diesen Nahverkehrszug nun bis Koblenz nutzen?

Von Koblenz aus fährt ein Bus (ÖPNV) nach Mayen/Eifel. Darf ich diesen nutzen?

Vielen Dank für die bisherigen Antworten!

Gruß
NambaWan

Alle sagten, das geht nicht. Dann kam jemand, der das nicht wusste und machte es einfach.

ruhojen

Avatar von ruhojen

Beiträge: 296

Re: Nutzung ÖPNV

13.06.2011 09:39:49

Hallo Namba_Wan,

ich denke, du kannst diesen Bus benutzen.
Siehe meinen Beitrag oben über Busnutzung bei Goslar, obwohl ich 200 km weit weg in Jena/Thür. wohne.
Gruß Rudi

Baliwerner

Beiträge: 209

Re: Nutzung ÖPNV

13.06.2011 10:41:43

Hallo NambaWan
Selbstverständlich kannst du mit der Bahn bis Koblenz fahren. Keine zuschlagpflichtigen Züge. Alse eine Regionalbahn (RE). Mit Umsteigen usw. kommst du sogar bis an die schweizer Grenze. Auf der Rheinstrecke in den Süden gibt es keine weißen Flecken mehr auf der Verbundkarte der Bundesbahn.
Werner

Jo@chim

Avatar von Jo@chim

Beiträge: 716

Re: Nutzung ÖPNV

13.06.2011 21:06:21

Hallo,

Grundsätzlich muß man bei den Freifahrten unterscheiden zwischen:

- Nahverkehr
- Fernverkehr

Schwerbehinderte können können alle Verkehrsmittel des Nahverkehrs mit dem Beiblatt kostenlos benutzen. Eine Einschränkung besteht lediglich für Personenzüge außerhalb von Verkehrsverbünden. Hier gilt eine Grenze von 50 km im Umkreis des Wohnortes (sogenanntes Streckenverzeichnis).

Begleitpersonen ( Merkmal "B" ) werden unabhängig von einem Beiblatt kostenlos befördert, sogar im Fernverkehr.

Liebe Grüße
Joachim

Nahverkehr nach dem Sozialgesetzbuch

Der Nahverkehr nach dem §147 Sozialgesetzbuch 9 ist der öffentliche Personenverkehr mit:

1. Strassenbahnen und Obussen im Sinne des Personenbeförderungsgesetzes,

2. Kraftfahrzeugen im Linienverkehr nach den §§ 42 und 43 des Personenbeförderungsgesetzes, bei denen die Mehrzahl der Beförderungen eine Strecke von 50 km nicht übersteigt,

3. S-Bahnen in der 2. Wagenklasse,

4. Eisenbahnen in der 2. Wagenklasse in Zügen und auf Strecken und Streckenabschnitten in Verkehrsverbünden,

5. Eisenbahnen des Bundes in der 2. Wagenklasse in Zügen des Nahverkehrs, im Umkreis von 50 km um den Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt des schwerbehinderten Menschen

6. sonstige Eisenbahnen des öffentlichen Verkehrs im Sinne des §2 (1) und §3(1) des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) bei denen die Mehrzahl der Beförderungen 50km nicht übersteigt,

7. Wasserfahrzeuge im Linien-, Fähr- und Übersetzungsverkehr, wenn dieser der Beförderung von Personen im Orts- und Nachbarschaftsbereich dient und Ausgangs- und Endpunkt innerhalb dieses Bereiches liegen.

Fernverkehr nach dem Sozialgesetzbuch

Ebenfalls im § 147 Sozialgesetzbuch ist der Begriff Fernferkehr definiert. Hierzu gehören:

1. Kraftfahrzeuge im Linienverkehr nach § 42 des Personenbeförderungsgesetzes,

2. Eisenbahnen, ausgenommen den Sonderzugverkehr,

3. Wasserfahrzeugen im Fähr- und Übersetzungsverkehr, sofern keine ausländischen Häfen angelaufen werden.

Letzte Änderung: 13.06.2011 21:06:47 von Jo@chim

Joachim Heinrich
multa cadunt inter calicem supremaque labra (Marcus Porcius Cato Censorius)

Seite:  1 | 2  

Neue Artikel

Änderung

Website zuletzt geändert am

19.01.2018

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen
Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen.
Kontrollieren Sie dies hier.

© Deutsche Sauerstoff- und BeatmungsLiga LOT e.V. - Selbsthilfegruppen für Langzeitsauerstoff- und Beatmungstherapie