Re: Flüssig-O2-Mobilsystem für die Reise? + 20L-Tank auf Reisen?
17.07.2011 07:46:34
Hallo Leya,
Beim 20 l Autotank für eine Reise wird es wohl bei der Hoffnung bleiben, daß sich die Krankenkasse an den Kosten beteiligen wird.
Die übliche Urlaubsversorgung sieht so aus, daß einem einmalig in einem Jahr für zwei bis maximal drei zusammenhängende Wochen ein Tank am Urlaubsort zur Verfügung gestellt wird. Rundreisen sind dabei nicht vorgesehen. Die jährliche Urlaubsversorgung wird auch verbraucht, wenn man sich einen Tank in eine Klinik oder in eine Reha ohne Sauerstoffversorgung bestellt.
Es gibt Sauerstoffversorger, welche zusätzlich zu der Kostenüberübernahme für einen Urlaub durch die Krankenkasse die Kosten für einen weiteren Urlaub übernehmen. Auch bei den Krankenkassen gibt es erhebliche Unterschiede in der Urlaubsversorgung.
Damit man von der Krankenkasse einen 20 l Autotank finanziert bekommt, muß man andere wichtige Gründe anführen:
* Aufrechterhaltung von beruflicher Tätigkeit
* hohe Flußraten und damit geringe Mobilzeiten
* Erreichbarkeit von medizinischen Einrichtungen (Arzt, Lungensport, Krankenymnastik, …)
Ein Autotank muß gegen Umfallen und Verrutschen gesichert sein. Hierfür eignen sich Spanngurte mit Prüfkennzeichen. Am Besten läßt man sich zum Befestigen der Spanngurte Haken im Auto anschweißen.
Als Standort für den Autotank eignet sich ein herausgenommener Sitz, die Hinterbank oder der Kofferraum. Je nach Automodell ist nicht jeder Platz geeignet.
Der Tank kann ständig im Auto verbleiben. Da immer ein Teil des Sauerstoffes verdunstet, sollte man für ausreichende Lüftung (Fensterspalt) sorgen. Besonders ist eine gute Entlüftung vor dem Einschalten der Zündung erforderlich.
Transport von FREELOX-Reservebehältern in Privatfahrzeugen
Vorschriften für unterirdische Parkanlagen sind mir nicht bekannt. Die meisten Tunnels darf man auch mit Sauerstoff befahren. Das Überqueren Paßstraßen (ab ca. 2.000 m) verbietet sich aus physikalischen und gesundheitlichen Gründen.
Bedenken sollte man man auch, daß die meisten Tanks nur eine Füllung von oben (TopFill) zulassen. Man sollte daher vorher nachmessen, ob man den Tank zum Befüllen des Mobilteiles hervorziehen muß.
Mit einer längeren Mobilzeit bei Dauerfluß bestehen nur wenig Hoffnungen. Die großen Mobilteile für Dauerfluß haben Platz für ca. 1 l Flüssigsauerstoff (also ca. 853 l gasförmigen Sauerstoff), d.h. sie haben eine theoretische Maximalzeit (ohne Verluste und bei voller Füllung) bei 2 l/min von ca. 7,1 Stunden (bei 2,5 l/min von ca. 5,7 Stunden).
Abhilfe könnte ein zweites Mobilteil bringen. Die Zeiten beider Mobilteile zusammen sind aber etwas geringer als eine Addition, da Mobilteile eine hohe Verlustrate haben.
Vergleich der Kennwerte verschiedener LOX-Portables
Reizvoll ist natürlich ein Demand-Gerät wie der Helios, der Spirit oder der EasyMate. Diese Geräte geben Sauerstoff nur beim Einatmen ab und sparen damit am Verbrauch des Flüssigsauerstoffes. Leider verträgt nicht jeder LTOT-Patient ein Demand-System. Die Eignung eines Demand-Systemes muß daher vor einer Verschreibung vom Lungenfacharzt, von einer Lungenfachklinik oder von einer Reha für respiratorische Insuffizienz unbedingt getestet werden.
Eine interessante Alternative zu einem Mobilteil mit integrierten Demand-System wäre eine Nasenbrille mit Reservoir wie z.B. der Oxymizer® von Chad Therapeutics. Über das Reservoir wird der Sauerstoff vorwiegend beim Einatmen abgegeben. Die Flußrate bei Dauerfluß kann daher niedriger ausfallen. Die Eignung dieser Nasenbrille muß allerdings auch vorher getestet werden.
Oxymizer® O-224, P-224
Liebe Grüße
Joachim
Letzte Änderung: 17.07.2011 07:47:02 von Jo@chim
Joachim Heinrich
multa cadunt inter calicem supremaque labra (Marcus Porcius Cato Censorius)