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Thema "Lungenfacharzt zwingend geboten?":

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Forum | Medizinische Fragen | Lungenfacharzt zwingend geboten?

Marianne Becker

Beiträge: 12

Lungenfacharzt zwingend geboten?

22.08.2011 15:12:27

Hallo zusammen,

ich habe im Zusammenhang mit der COPD meines Vaters eine Frage. Reicht es, wenn ein kompetenter Hausarzt seine Versorgung durchführt (vierteljährliche Blutgasanalyse, ggf. Anpassung Sauerstoff, Lungenfunktionstest etc.) oder sollte er doch einen Facharzt aufsuchen? Da er privat versichert ist, kämen halt - neben einer Vielzahl derzeit medikamentöser - nicht unerhebliche weitere Kosten hinzu. Oder anders gefragt: Was macht der Lungenfacharzt, was nicht der Hausarzt auch könnte? Ich wäre Euch dankbar, wenn Ihr mir von Euren Erfahrungen berichten könntet.

Liebe Grüße

Marianne

ruhojen

Avatar von ruhojen

Beiträge: 296

Re: Lungenfacharzt zwingend geboten?

22.08.2011 16:10:23

Hallo Marianne,

ich denke, dass ein Besuch beim Hausarzt nicht ausreicht.
Die zu einer Untersuchung und Festlegung des Sauerstoffbedarfes benötigten Geräte für Tests (Body-kammer,Sauerstoff-Flaschen oder Konzentrator, Blutgasanalyse und und und...) sind wohl in der Regel nicht beim Hausarzt = Allgemeinmediziner vorhanden und die Facharztausbildung Pneumologe/Lungenfacharzt fehlt da wohl auch.
Es sei denn, wie es bei mir ist, fungiert die Lungenfachärztin auch als Hausarzt, allerdings nur für ihre Stammpatienten.

Vielleicht hilft dir mein Hinweis. ich denke, da werden sich hier noch mehr, erfahrenere "Patienten" zu Wort melden.
Alles Gute wünscht
Rudi

Letzte Änderung: 22.08.2011 16:11:28 von ruhojen

Jo@chim

Avatar von Jo@chim

Beiträge: 716

Re: Lungenfacharzt zwingend geboten?

22.08.2011 16:14:26

Hallo Marianne,

Eine allgemeine Aussage, ob der Hausarzt ausreicht, gibt es nicht. Es kommt auf den Einzelfall an, d.h. Ausrüstung und Erfahrung des Hausarztes.

Die meisten Hausärzte dürften jedoch über folgende Diagnostik-Methoden nicht verfügen:
- Messung der Blutgase (BGA) aus arteriellen Blut
- Kabine zur Messung der Lungenfunktion (Bodyplethysmographie und Lungendiffusion)
- Ergometer für Belastungstest
- Röntgengerät

Viele gesetzliche Krankenkassen bieten ein Disease-Management-Programm (DMP) für COPD an. Die programmbegleitenden Ärzte für COPD im DMP sind häufig Hausärzte und Internisten.

Liebe Grüße
Joachim

Joachim Heinrich
multa cadunt inter calicem supremaque labra (Marcus Porcius Cato Censorius)

walli

Beiträge: 9416

Re: Lungenfacharzt zwingend geboten?

22.08.2011 16:26:21

Hallo Marianne,

meines Erachtens ist ein Hausarzt nicht der kompetente Ansprechpartner für einen COPD-Erkrankten.
Er hat auch gar nicht die erforderlichen Geräte dazu um div. Messungen durchführen zu können.

Ich kann jetzt nur von mir berichten: Ich gehe alle 3 Monate zu einem Lungenfacharzt, da werde ich geröntgt, dann wird ein EKG geschrieben. Dann muß ich zum Lungenfunktionstest und danach bekomme ich am Ohr etwas Blut abgenommen, vorher mit Rheumasalbe eingeschmiert, damit das Ohrläppchen besser durchblutet wird, hier wird dann die Blutgasanalyse ermittelt (einmal mit u. einmal ohne Sauerstoff).

Wenn dies alles vorbei ist, gehe ich zum Schluß nochmals zu meinem Lungenarzt und dieser macht dann noch ein Echokardiogramm von meinem Herzen u. bespricht alles weitere mit mir, da ich COPD III habe mit pulmoneller Hypertonie. Andere brauchen vielleicht kein Echokardiogramm, da es ja soviele verschiedene Arten der COPD gibt. Er schreibt dann alle 3 Monate einen Bericht an meinen Hausarzt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas helfen mit meinem Beitrag.

Liebe Grüße
Waltraud

Auch die Tabletten die ich brauche für die Lunge verschreibt mir der Lungenfacharzt.
Das Rezept für den Sauerstoff bekomme ich jeweils für 1 Jahr von meinem Hausarzt.

Letzte Änderung: 22.08.2011 16:28:14 von walli

skipper

Avatar von skipper

Beiträge: 81

Re: Lungenfacharzt zwingend geboten?

22.08.2011 16:50:18

Hallo,

ich glaube auch, dass ein verantwortungsbewusster Hausarzt die Frage ganz alleine beantworten wird.
Ist er kompetent und ausgerüstet, kann er behandeln.
Ist er es nicht, so wird er es lassen (so hoffe ich für den Herrn Vater).

Ein schwerer Satz für einen Schwaben:

Sparen geht hier gar nicht!!!

Mein Internist hat kein bisschen auf Lunge getippt. Zuerst nur und ausschließlich Herz. Nachdem dann alle Herzuntersuchungen "negativ" (ich hab gejubelt) waren, dann, ja dann hat man überlegt, woran denn sonst noch Atemnot so liegen kann. Lunge? Da ist der Herzspezialist drauf gekommen! im Krankenhaus.

Also, Kompetenz vor Kosteneffizienz.

Schöne Grüße

Hans Lederer

alles in Lot aufm Boot, alles in Butter aufn Kutter...

www.alterschwede.mobi
www.printequipment.de

Marianne Becker

Beiträge: 12

Re: Lungenfacharzt zwingend geboten?

23.08.2011 09:35:51

Hallo an Alle!

Danke für Eure Antworten, die gezeigt haben, daß es wohl doch besser ist, den Facharzt hinzuzuziehen. Und Hans: Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, an meinem Vater solle gespart werden, der "Kerl" ist uns lieb und teuer und wird das bleiben!

Liebe Grüße

Marianne

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