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Thema "Durch LTOT-Geräte gestörte Nachbarn":

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Forum | Sauerstoff-Langzeit-Therapie | Durch LTOT-Geräte gestörte Nachbarn

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Jo@chim

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Beiträge: 716

Durch LTOT-Geräte gestörte Nachbarn

25.10.2011 10:10:47

Jo@chim schrieb:

Hallo Leya und Stefferl,

leya schrieb:

… Mal ganz abgesehen davon, dass ich einen Konzentrator daheim überhaupt nicht betreiben könnte, weil dann meine Nachbarn wegen des Lärms nicht schlafen könnten. Ganz zu schweigen davon, was mein Vermieter dazu sagen würde. …

stefferl schrieb:

… Und dass sich die Nachbarn durch deinen Konzentrator gestört fühlen würden, ist doch lächerlich. Ein Konzentrator ist nicht lautlos, das stimmt. Aber es gibt so viele Sauerstoffpatienten die einen Konzentrator verwenden, die müssten dann alle einsam in einem eigenen Haus wohnen, rundherum keine Nachbarn. …

Leider ist es so, daß sich viele Menschen durch Behinderte und ihre Hilfsmittel belästigt fühlen.

Selbst habe ich das mit meinen heftigen Husten erlebt. Meine Wohnungsnachbarn hatten sich darüber mehrfach beschwert. In Busse und Bahnen hatte ich mehrfach erlebt, daß sich "Menschen" unter absingen schmutziger Lieder wegsetzten.

Wer noch gesund ist, sollte sich darüber freuen und nicht Behinderte diskriminieren. Inzwischen sage ich derartigen Menschen deutlich meine Meinung dazu ins Gesicht. Auch versuche ich nicht meine Sauerstoffversorgung in der Öffentlichkeit zu verbergen.

Wir haben einen Anspruch darauf, unsere Hilfsmittel auch benutzen zu dürfen. Ein Hilfsmittel ist kein Kündigungsgrund für einen Vermieter.

Liebe Grüße
Joachim

Namba_Wan schrieb:

Hallo!

Dieser Fred muss ja für einige Themen herhalten. wink Na gut, mache ich mal mit. wink

Meine Frau hat bisher noch nicht eine negative Erfahrung in Zusammenhang mit ihrer Behinderung gemacht. Im Gegenteil, sie sagt öfters, dass die Umwelt noch nie so nett und hilfsbereit zu ihr war bevor sie im Rollstuhl unterwegs war.

Gruß NambaWan

Joachim Heinrich
multa cadunt inter calicem supremaque labra (Marcus Porcius Cato Censorius)

Jo@chim

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Beiträge: 716

Re: Durch LTOT-Geräte gestörte Nachbarn

25.10.2011 10:13:33

Hallo Namba_Wan,

Namba_Wan schrieb:

… Dieser Fred muss ja für einige Themen herhalten. wink Na gut, mache ich mal mit. wink

Deine Bemerkung habe ich zum Anlaß genommen, ein neues Thema dazu anzufangen. Ich denke hierzu könnte es eine lebhafte Diskussion mit Erfahrungsberichten geben.

Liebe Grüße
Joachim

Joachim Heinrich
multa cadunt inter calicem supremaque labra (Marcus Porcius Cato Censorius)

ruhojen

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Beiträge: 296

Re: Durch LTOT-Geräte gestörte Nachbarn

25.10.2011 11:49:14

Hallo,

ich habe zweierlei Erfahrungen gemacht.
Ich wohne seit über 45 Jahren in einem 8-Familienhaus. dadurch kennen wir uns aus den "gesunden" Jahren. Ist jemand schwer krank, hilft man so gut man kann. Meine Husten ist lediglich Veranlassung, mir gute Besserung zu wünschen.
In der Straba sieht das anders aus, Leute schauen sich verständnislos um als wollten sie sagen: der soll doch zuhause bleiben und uns nicht noch anstecken.
Was das Tragen der Nasenbrille betrifft wird man oft angeglotzt als sei man ein Außerirdischer.Man muss den Leuten nur in die Augen schauen und sie sehen weg. An Rollstuhlfahrer und Krückenbenutzer haben sich die Leute gewöhnt, an uns noch nicht.
Im Ärztewartezimmer hat ein Kind die Mutti gefragt: "was hat denn der Onkel da?"
Um ihr Peinlichkeit zu ersparen , habe ich das kindgerecht erklärt und alle haben schweigend zugehört. Danach verständnisvolles Murmeln.
So etwas kann man in der Straba natürlich nicht machen.
Also. nicht verstecken, wir haben eine Daseinsberechtigung.
LG
Rudi

Horst

Beiträge: 480

Re: Durch LTOT-Geräte gestörte Nachbarn

25.10.2011 12:03:25

Ach Rudi das ist noch gar nichts
Ein Arbeitskollege von meiner Frau ist zu uns in den Garten gekommen um ein paar Wasserpflanzen zu holen er hatte seinen kleinen Sohn mit dabei dem seine erste Frage war
"Papa warum hat die Frau den Mann an die Leine gelegt"
Ein lautes Gebrüll war zu hören als wir vor lauter lachen wieder sprechen konnten habe ich dem Kerlchen erzählt weshalb ich an der Leine lag:
Kinder sind doch etwas liebes
Horst

stefferl

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Beiträge: 545

Re: Durch LTOT-Geräte gestörte Nachbarn

25.10.2011 14:21:55

Ich habe überhaupt keine schlechten Erfahrungen gemacht, seit ich mit dem Schlauch in der Nase unterwegs bin. Im Gegenteil, die Leute sind sehr hilfsbereit und zuvorkommend. Es gibt sogar Kassiere im Supermarkt, die aufstehen und mir die Sachen in den Einkaufswagen werfen. Ein einziges Mal hat hinter mir einer gemault, weil ich so langsam war. Als ich mich umdrehte und er den Schlauch gesehen hat, war es ihm peinlich und er hat sich sofort entschuldigt.
Kinder wollen alle wissen, warum ich den Schlauch in der Nase habe. Man glaubt gar nicht wie Kinder beobachten.

Liebe Grüße von der Stefferl aus Wien
http://members.aon.at/peterunderika/

friedel 60

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Beiträge: 414

Re: Durch LTOT-Geräte gestörte Nachbarn

25.10.2011 14:26:56

Meine Erfahrung ich habe seit januar Flüssigsauerstoff
sind nur positiv Kinder fragen direkt nach was es damit auf sich hatt kann man ja erklären und Erwachsene die es interesiert erklärt man es auch und gut ist es man muss nur nicht überempfindlich sein .Das jemand verstohlen schaut
weil er sowas nicht kennt ist doch normal.Gruss Friedel

Letzte Änderung: 25.10.2011 14:29:11 von friedel 60

Jo@chim

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Beiträge: 716

Re: Durch LTOT-Geräte gestörte Nachbarn

25.10.2011 14:45:51

Hallo,

Seitdem ich meine Nasenbrille in der Öffentlichkeit trage, konnte ich vermehrte Hilfsangebote erleben. Äußerlichkeiten, wie Husten, dagegen wirken eher abstoßend.

In Bussen und Bahn gibt es ein paar freundliche Menschen, welche einen bei erkennbarer Behinderung ihren Sitzplatz anbieten. Es ist aber auch Gewöhnungssache, eine solches Angebot auch anzunehmen. Dadurch wird einen seine Behinderung deutlich.

In Selbstbedienungsrestaurants ist es mir jetzt bereits häufiger passiert, daß mir das Personal unaufgefordert angeboten hat, mir mein Tablett an einen Tisch zu tragen. Da ich wegen meines hohen Flusses (4 l/min Dauerfluß) inzwischen zwei Flaschen in einem Rucksack auf Rollen hinter mir herziehe, ist dieses Hilfsangebot besonders angenehm.

Bei kulturellen Veranstaltungen habe ich die Akzeptanz noch nicht ausprobiert. In Fachvorträgen von Selbsthilfegruppen hatte ich bisher keine Probleme.

In meiner Lungenfachklinik hatte ich bisher keine Probleme. Das Blubbern von Befeuchtern und das Geräusch von NIV-Geräten ist dort Standard. Beim letzten KH-Aufenthalt wurde mir jedoch erzählt, daß sich mein Bettvorgänger bei der Nachtschwester über ein NIV-Gerät beschwert hätte.

Bei Kindern habe ich auch festgestellt, daß sie sich für Tragegeräte und Nasenbrillen interessieren. Sie fragen noch ganz offen nach, was das sei oder warum man das hätte. Ich versuche dann alles kindgerecht zu erklären. Die Kinder dürfen auch schon mal in meine Rückentragehilfe (Rucksack) hineinschauen und auch das Gewicht spüren.

Liebe Grüße
Joachim

Joachim Heinrich
multa cadunt inter calicem supremaque labra (Marcus Porcius Cato Censorius)

ruhojen

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Beiträge: 296

Re: Durch LTOT-Geräte gestörte Nachbarn

25.10.2011 20:11:06

@Jo@chim,@stefferl

ja, was die Hilfsbereitschft in Supermärkten und auch beim Bäcker und Fleischer betrifft, habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht:man bekommt oft Hilfe und erfährt Rücksichtnahme.(Stefferl,vielleicht ist die Hilfsbereitschaft bei den Österreichern ausgeprägter?)
Kinder fragen meist unbeschwert, das ist gut so. Man erklärt das und sie dürfen auch mal an
meinem "Einstellungsrad" für die Durchflussregelung (Helios 300) drehen und das Zischen hören.
Durch kindgemäßes Erklären sind gleichzeitig die "geheimen" Fragen der Eltern beantwortet, die würden nämlich nicht fragen Ausnahme: eine Verkäuferinn hat mich mal dezent gefragt, was das mit dem Schlauch auf sich hat und ob ich das immer oder nur vorübergehend tragen muss.
Ich will damit sagen, dass ich nicht nur schlechte Erfahrungen gemacht habe.

Gruß
Rudi

Letzte Änderung: 25.10.2011 20:19:28 von ruhojen

leya

Beiträge: 40

Re: Durch LTOT-Geräte gestörte Nachbarn

26.10.2011 02:39:10

Hallo,

ich denke, das Thema heißt hier in diesem Thread "Durch LTOT-Geräte gestörte Nachbarn":

@ Stefferl
Ich persönlich empfinde die Bezeichnung "lächerlich" als verletzend. Wenn Du etwas nicht nachvollziehen kannst, ist das eine Sache, es aber dann auch gleich noch negativ bewerten zu wollen, eine andere. So empfinde ich es jedenfalls.

a.)
Ein Vermieter hat dafür zu sorgen, dass die vermietete Sache uneingeschränkt genutzt werden kann.

Kann sie das nicht, weil eine Störung durch Lärm aus einer Nachbarwohnung oder von einem Nachbargrundstück erfolgt, ist der Vermieter gehalten dies abzustellen, ansonsten kann der Mieter zunächst die Miete kürzen. Erreicht er dadurch nicht, dass der Vermieter den Lärm beseitigt, kann der Mieter dies sogar einklagen.

Ich würde als Vermieter keine Wohnung an jemanden vermieten, der einen Sauerstoffkonzentrator betreibt. Das hat mit Diskriminierung überhaupt nichts zu tun.

(Im Übrigen gibt es ja Flüssigsauerstofftanks und die machen keinen Lärm - womit wir wieder beim Beginn des ursprünglichen Threads wären wink )

b.)
Jeder hat sich zu jeder Zeit leise zu verhalten. Dies ergibt sich aus § 117 OWiG. Entsprechend ist auch bereits einmal einer Familie mit einem behinderten Kind, das sich nicht leise artikulierte, die Wohnung gekündigt worden (ging durch die Presse).

c.)
Jedes Haus ist anders. Es gibt sehr viele Häuser, in denen der Betrieb eines Sauerstoffkonzentrators dazu führt, dass Nachbarn in ihren Wohnungen durch diese Betriebsgeräusche
gestört werden.

Off-Topic: Wenn jemand in meiner Nähe hustet und/oder schnupft, dann bin auch sofort weg und wo dass nicht sofort möglich ist, setze ich unverzüglich einen Mundschutz auf. Ich kann mir einfach keine Infektion leisten. Ob der andere eine Infektion hat oder aus einem anderen Grund hustet, kann ich nicht sehen und will ich, ehrlich gesagt, auch nicht wissen.

Gruß

Leya

Jo@chim

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Beiträge: 716

Re: Durch LTOT-Geräte gestörte Nachbarn

26.10.2011 12:27:00

Hallo,

Hier wird die Lärmbelästigung durch einen Sauerstoffkonzentrator heftig diskutiert. Doch wie laut ist tatsächlich ein Sauerstoffkonzentrator. Ein Sauerstoffkonzentrator ist kein startendes Flugzeug und auch kein Rasenmäher.

Wir sollten nicht die Ansichten derjenigen verstärken, welche uns Behinderten am Liebsten wegsperren möchten.

Schallpegel eines Sauerstoffkonzentrators

Im aktuellen O2-Report wurden Sauerstoffkonzentratoren vorgestellt. Gängige Konzentratoren in der Ausfertigung für Deutschland haben einen Schallpegel unterhalb von 40 dB, das entspricht einer ruhigen Bibliothek. Normale Sprache in 1 m Abstand hat bereits 60 dB und die ruhige Ecke in einer normalen Wohnung 50 dB.

Eigener Eindruck über den Schallpegel

Da ich selbst keinen Sauerstoffkonzentrator habe, kann ich nichts aus eigener Erfahrung berichten. Die Geräusche von mobilen Konzentratoren anderer Patienten empfinde ich sogar beim Danebenstehen nicht als belästigend.

Vermeidbarer Lärm

Eine medizinisch notwendige Sauerstoffversorgung ist keine vermeidbare Lärmbelästigung sondern lebenserhaltend.

Leider gibt es immer wieder Menschen, welche sich durch Behinderte belästigt fühlen und gegen diese angebliche Belästigung klagen. Einige sind sogar mit ihrer Klage auf unterer Ebene durchgekommen. Das Klagerecht gegenüber Kinderlärm hat der Deutsche Bundestag inzwischen deutlich eingeschränkt.

Bisher ist es mir nicht gelungen, im Internet Urteile zur Geräuschentwicklung von Sauerstoffkonzentratoren zu finden.

Lärm als Grund für das Merkmal "Rf"

Von Behinderten ausgehende Geräusche sollten höchstens ein Grund für das Merkmal "Rf" im Schwerbehindertenausweis sein. In einem Sinfoniekonzert, einer Opernaufführung oder in einer Theateraufführung stört sogar die Sauerstoffauslösung eines Demandsystems.

Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden

Artikel 3, Absatz 3 Grundgesetz:

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Behinderte haben ein Recht darauf, ihre verordneten Hilfsmittel auch zu benutzen. Sie dürfen nicht ausgegrenzt werden. Wohnungen dürfen ihnen nicht auf Grund ihrer Behinderung verweigert werden.

Auch im Schulunterricht setzt sich inzwischen immer mehr durch, daß behinderte Kinder gemeinsam mit gesunden unterrichtet werden.

Schallisolierung in Häusern

Wohnungen nach dem heutigen Stand der Technik sollten so gut schallisoliert sein, daß Nachbarn keine Geräusche von Hilfsmittel mitbekommen. Umbauten zum behindertengerechten Wohnen können bezuschußt werden.

Liebe Grüße
Joachim

Joachim Heinrich
multa cadunt inter calicem supremaque labra (Marcus Porcius Cato Censorius)

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