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Thema "Völlig verwirrt":

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Forum | Medizinische Fragen | Völlig verwirrt

apprich

Beiträge: 19

Völlig verwirrt

27.10.2011 15:30:26

Hallöle!
Ich bin voll verwirrt und hilflos.
Folgendes: Meine Schwiegermutter hat COPD und massive Atemprobleme. Da war ich mit ihr vor 5 Mon. beim Lufa, der hat dann Blut vom Ohr genommen, sie 3 Min. an einen Konzentrator gesetzt und wieder Blut vom Ohr genommen. Fazit: sie braucht keinen Sauerstoff. Er hat keine zusätzlichen Medis aufgeschrieben und auch kein "Notfallspray". Das ließ sie sich dann auf mein Anraten vom Hausarzt verschreiben. Inzwischen geht es ihr sehr sehr schlecht. Bekommt kaum noch Luft und "pfeift" sehr stark beim Atmen.Gehen oder Treppen geht gar nicht mehr. Kann mir jemand erklären, warum sie keinen Sauerstoff braucht.
Noch was. Meine Mutter hat Lungenfibrose, bekam vor einem Jahr im Krankenhaus flüssigsauerstoff verschrieben. Nun war ich mit ihr beim Lufa, der meinte, Sauerstoff sei eine sehr teure Therapie, und das verschreibt er nur, wenns wirklich sein muss und meine Mutter würde doch gut aussehen und der Sauerstoffgehalt im Blut sei gut. Nach hängen und würgen machte er aber dann doch einen Belastungstest, also Blut vom Ohr, 3 Min. Fahrradfahren (hat sie aber nicht geschafft) und dann wieder Blut vom Ohr. Wieder zum Gespräch, und da ist der
Arzt sichtlich erschrocken wie stark der Sauerstoffgehalt im Blut runter ist. Er verschrieb sofort Flüssigsauerstoff, einen Rollator und hat gefragt, ob wir sonst noch irgend etwas brauchen.
Nun weiß ich nicht wie und was. Ist das der falsche Arzt? Kann ich meiner Schwiegermutter irgendwie helfen???

leya

Beiträge: 40

Re: Völlig verwirrt

27.10.2011 22:58:49

Hallo Apprich,

ich finde es super, wie Du Dich für Deine Schwiegermutter einsetzt.

Eine COPD habe ich nicht und kann Dir daher Deine Fragen nicht beantworten. Sicherlich wirst Du aber von anderen Betroffenen noch Antworten erhalten.

Das Verhalten des Arztes sehe ich auch mehr als kritisch. Andererseits hat er jetzt sein Fehlverhalten wohl eingesehen.
Da ich nicht weiß, ob gewisse Medikamente bei COPD ein MUSS sind (und er sie nicht verordnet hat), kann ich mir eine Einschätzung des Arztes auch nicht erlauben.

Andererseits ist es zulässig, sich als Patient eine zweite Meinung einzuholen. Dazu muss man den Arzt nicht endgültig wechseln, sondern kann im gleichen Quartal zu einem anderen Arzt gehen. Dort muss man dann allerdings erneut 10 € bezahlen und die Versichertenkarte vorlegen.

Gruß

Leya

Letzte Änderung: 27.10.2011 23:01:21 von leya

Jo@chim

Avatar von Jo@chim

Beiträge: 716

Re: Völlig verwirrt

27.10.2011 23:18:42

Hallo Apprich,

Leider sind viele niedergelassene Lungenfachärzte nicht auf eine Verordnung einer Sauerstoff-Langzeittherapie eingerichtet.

Eine Indikation zu einer Sauerstoff-Langzeittherapie besteht, wenn der arterielle Sauerstoffpartialdruck in Ruhe mehrfach unter 55 mmHg (7,3 kPa) sinkt. Bei COPD gilt dieses schon zwischen 56 - 60 mmHg (7,3 bis 8 kPa). Hierzu sind die Blutgase mindestens dreimal innerhalb von vier Wochen zu bestimmen.

Gemessen werden muß der Sauerstoffpartialdruck ohne Sauerstoffgabe in Ruhe, unter Belastung (Ergometer) und im Schlaf. Danach müssen die Messungen mit einer Sauerstoffgabe wiederholt werden. Für eine Verordnung einer Sauerstoff-Langzeittherapie muß eine deutliche Verbesserung des Sauerstoffpartialdruckes eintreten. Bei Bedarf sind die Messungen mit einem anderen Sauerstofffluß zu wiederholen.

Soll ein Demandsystem verordnet werden, so sind diese Messungen auch mit dem ausgewählten Tragegerät durchzuführen.

Da das Verfahren zur Verordnung einer Sauerstoff-Langzeittherapie sehr aufwendig ist, wird es von den niedergelassenen Ärzten möglichst vermieden oder umgangen. Nach jeder Flußänderung des Sauerstoffes muß mindestens 20 Minuten vor einer Messung vergehen, damit eine ausreichende Sättigung erreicht wird. Vielen niedergelassenen Ärzten fehlt auch der Sauerstoff und die Geräte zur Durchführung der Messungen.

Mehrfach haben mich auch schon Lungenfachärzte nach den vom Tragegerät ausgehenden Geräuschen gefragt, wie Zischen bei Schieflage oder Auslösung der Atemzugsteuerung.

Liebe Grüße
Joachim

Letzte Änderung: 27.10.2011 23:20:11 von Jo@chim

Joachim Heinrich
multa cadunt inter calicem supremaque labra (Marcus Porcius Cato Censorius)

ruhojen

Avatar von ruhojen

Beiträge: 296

Re: Völlig verwirrt

28.10.2011 10:10:09

Hallo Apprich,

ich finde das Verhalten dieses Arztes verantwortungslos!Ohne gründliche Messungen in der Unterdruckkammer(Body) wo das Atemvolumen, Atemwiderstand usw gemessen werden, Belastungsmessungen mit Blutgasanalyse erfolgen usw. können keine Entscheidungen getroffen werden.
Nun hat er das getan, aber ich würde den Arzt wechseln.
Du kannst eine Einweisung in eine Spezialklinik verlangen (Als Patient hast du das Recht) oder die Ambulanz einer solchen Klinik in Anspruch nehmen.
Lass dich nicht abwimmeln!
Viel Erfolg für deine Schwiegermutter wünscht dir
Rudi

Letzte Änderung: 28.10.2011 10:13:16 von ruhojen

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