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Thema "Geschichten zum Nachdenken":

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Forum | Ein schöner Spruch | Geschichten zum Nachdenken

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Hiltrud

Beiträge: 5722

Re: Geschichten zum Nachdenken

19.04.2012 12:19:27

~Der sprachlose Papagei~

Ein Kaufmann einen Papagei vor Jahren
besaß, in Sang und Rede wohl erfahren.
Der saß als Wächter an des Ladens Pforte
und sprach zu jedem Kunden kluge Worte.

Denn wohl der Menschenkinder Sprache kannte er,
doch seinesgleichen Weisen auch verstand er.
Vom Laden ging nach Haus einst sein Gebieter
und ließ den Papagei zurück als Hüter.

Ein Kätzlein plötzlich in den Laden sprang,
um eine Maus zu fangen; todesbang,
flatterte hin und her der Papagei
und stieß ein Glas mit Rosenöl entzwei.

Von seinem Hause kam der Kaufmann wieder
und setzte sorglos sich im Laden nieder.
Da sah er Rosenöl allüberall,
im Zorn schlug er das Haupt des Vogels kahl.

Die Zeit verstrich, der Vogel sprach nicht mehr.
Da kam die Reu', der Kaufmann seufzte schwer.
Raufte sich den Bart und rief: "Weh mir umsponnen
ist mit Gewölk die Sonne meiner Wonnen!

Wär' mir, da auf den Redner ich den bösen
Schlag ausgeführt, doch lahm die Hand gewesen!"
Wohl gab er frommen Bettlern reiche Spende,
auf daß sein Tier die Sprache wiederfände;
umsonst!

Als er am vierten Morgen klagend,
in tausend Sorgen, was zu machen sei,
daß wieder reden mög' sein Papagei,
ließ sich mit bloßem Haupt ein Sufi blicken,
den Schädel glatt wie eines Beckens Rücken.
Da fing der Vogel gleich zu reden an
und rief dem Derwisch zu: "Sag lieber Mann,
wie wurdest Kahlkopf du zum Kahlen? sprich!
Vergossest du vielleicht auch Öl wie ich?"
Man lachte des Vergleichs, daß seine Lage
der Vogel auf den Derwisch übertrage.

Dschelal ed-Din Rumi, (1207 - 1273)

Hiltrud

Beiträge: 5722

Re: Geschichten zum Nachdenken

20.04.2012 10:24:48

Die Frau des Czortkower Rabbis erzählte: "Ich merkte, jedesmal, wenn man ihm Kaffee gebracht hatte, und ich trat heran zu ihm in die Stube, das Glas war leer, aber am Satz war zu erkennen, daß der Kaffee nicht getrunken, sondern ausgegossen worden war. Da bat ich Gott einmal, er möge mir die rechten Worte eingeben. Dann trat ich wie gewöhnlich ein und sagte: "Besinne dich, was ist Gott lieber, dein Fasten oder dein Essen ? Und heißt es nicht "Mehr als das Kalb Saugen will, möchte die Kuh Stillen?" Er ließ sich ein andres Glas Kaffee geben und trank es aus."

Hiltrud

Beiträge: 5722

Re: Geschichten zum Nachdenken

21.04.2012 10:59:18

Attar (der Drogist)

Bevor Attar durch ein einschneidendes Erlebnis zur "Mystik" findet, ist er Besitzer einer Drogerie, daher sein Rufname Attar („der Drogist“).

Dieses Erlebnis ist folgendermaßen überliefert worden:
Seit einigen Stunden hatte sich ein Wandersufi vor dem Geschäft von Attar hingesetzt und starrte die ganze Zeit auf seine Auslage. Attar der befürchtete das seine Kundschaft durch die Anwesenheit dieses Mannes vertrieben werden könnte wandte sich mit harschem Ton an ihn: Wenn du was kaufen willst dann tu dies und geh. Der Sufi stand auf und sagte: Ich brauche nichts doch mache ich mir Sorgen für dich, wie du gehen möchtest und all dies auf dieser Welt zurücklassen willst. Darauf entgegnete Attar: Das was ihr sagt ist doch nur leeres Geschwätz. Ihr hängt genauso an dieser Welt, dein sterben wird genauso schwer sein wie meines. Der Sufi meinte er glaube dies nicht, zog seine Schuhe aus, setzte sich, sprach eine Sure , lächelte, schloss seine Augen und starb.

Hiltrud

Beiträge: 5722

Re: Geschichten zum Nachdenken

22.04.2012 11:00:18

eine lange aber schöne Geschichte

Die wundersame Reise des positen Gedankens

Die Artenvielfalt der Gedanken ist unermesslich.
So wie es negative, lähmende Gedanken gibt, existieren aber auch positive welche ungeahnte Kräfte haben. Leider haben viele Menschen die Macht des positiven Denkens längst verdrängt. Es scheint einfacher und interessanter, allem Schönen misstrauisch und argwöhnisch gegenüberzustehen. Dabei hatte alles einst so schön und vielversprechend begonnen.
Einst schwebte der positive Gedanke über die Erde, um nach einem geeigneten Ruheplatz Ausschau zu halten.. Auch war er auf der Suche nach einem Wesen, was sich Mensch nannte. Er ließ sich auf einer leuchtend roten Blüte nieder. Doch diese schwankte nur im Winde und puderte ihn mit Blütenstaub. So verließ er sie. Er bewunderte die Schöpfung in all ihrem Facettenreichtum. So sah er die emsige, fleißige, kleine Ameise, bewunderte die Spinne welche in feinster Kleinstarbeit ihr Netz webte und freute sich an den Kreaturen, die in Wald, Wiese und Wasser zu Hause waren. Es schien, als wären alle rundherum zufrieden und glücklich. Der positive Gedanke flog weiter und fand ein sonderbares Wesen, welches lustlos und traurig auf dem Boden hockte. Es schien Langeweile zu haben und stocherte ohne aufzuschauen in der Erde herum. Das also war die Krone der Schöpfung? Dieses Wesen nannte der Schöpfer Mensch. "Lass mich in dein Herz!" sagte der Gedanke. "Als Belohnung werde ich dir die Lebensfreude schenken, den Spaß und den Genuss." So zog der Gedanke in das ihm unbekannte Wesen ein. Der Mensch aber wurde neugierig und begann sich umzusehen. Alles, was er fand und tat, bereitete ihm große Freude. Dankbarkeit und Frieden zogen in sein vormals unruhiges Herz ein. Er freute sich an den Blumen. Er genoss den Anblick der Wolken. Er liebte es, umherzugehen und innezuhalten. Er aß mit Freude und trank das Wasser mit Wonne. Leider genoss er es auch, die Blumen zu zertreten, das Wasser zu verschmutzen, und die schwachen Kreaturen zu fangen um sie zu quälen. Er entdeckte die Gewalt und den Hass, mit welchem er glaubte, sein Eigentum verteidigen zu müssen. Da gebot ihm der positive Gedanke Einhalt: "Ich werde dich das Zweifeln lehren, damit du bereit bist, über alles, was du tust, vor dir Rechenschaft abzulegen." Nicht lange, da saß der Mensch wieder auf dem Boden, zerrissen zwischen dem, was er tun wollte, und der Furcht davor, etwas zu zerstören. Er war darauf bedacht, alles zu vermeiden, was er nicht ausführlich bedacht und vorhergesehen hatte. "So ist das nicht gut", sagte der Gedanke. "Als ich dich traf, warst du lustlos und ohne Ziel. Doch jetzt weißt du, was Lebensfreude ist, und versagst sie dir aus Angst, dein Ziel zu verfehlen. So will ich dir die Hoffnung schenken, die dich aus der eisernen Umklammerung von Lust und Zweifel befreien soll!" Mutig geworden richtete sich der Mensch wieder auf. Er sammelte und zimmerte sich eine Welt, von der er glaubte, dass sie lebenswert sei. Auch sammelte er Blumensamen, säte und hoffte, sich an ihrem Duft und ihrer Schönheit zu laben. Er er erfand köstliche Speisen und unterhaltsame Spiele. Doch er konnte die Zeit nicht vergessen, wo er nur pure Lust empfand; wo alles, was er tat, ihm Spaß bereitete, ohne dass Zeifel an ihm nagten. Die Hoffnung , dass es, so sehr er sich auch mühte, je wieder so sein würde, schwand immer mehr. Ja der Zweifel drohte, ihn wieder Trübsal versinken zu lassen. Jedes Misslingen schien ihm ein Zeichen, Schmerz brannte sich in seine Seele Jedes Scheitern ließ ihn verzweifeln. Die Hoffnung schwand und verwandelte sich in Sehnsucht. Da schaute ihn der positive Gedanke ein letztes Mal an und sagte: "Ich werde dir eine letzte Tugend schenken. "Du sollst vergessen können, damit die Hoffnung nicht stirbt und die Freude ungetrübt sein kann."
Schnell geriet der positive Gedanke mit all seinen wundervollen Kräften in Vergessenheit. So kam es, dass der Mensch seine größte Chance leider nicht erkannte, und sie auch bis zum heutigen Tage leider nur selten wahrnimmt.
Ich habe dem positiven Gedanken in meinem Herzen ein großes helles Zimmer eingerichtet.
Wir haben uns viel zu erzählen, erleben gemeinsam große Wunder.
Falls dich diese Geschichte neugierig gemacht hat, probiere seine Wirkung doch einfach einmal aus. Er ist einfach zu bekommen, lässt sich leicht einfangen, mit offenem Herzen und einem strahlenden Blick. Ich bin mir sicher, seine Anhängerschaft wird bald mächtig ansteigen denn schließlich kostet er nicht einen einzigen Cent.
Noch eine Nachdenklichkeit sei erlaubt; sind wir nicht alle Teil eines einzigen, großen und unbegreiflich positiven Gedankens...
Ich habe für mich eine Antwort gefunden und du lieber Leser?

@Celine Rosenkind

Hiltrud

Beiträge: 5722

Re: Geschichten zum Nachdenken

23.04.2012 10:41:42

Die Zeit der Träume

Eine Geschichte von Celine Rosenkind

Im Winter, wenn das Holz gemütlich in den Kaminen
knistert, der heiße Tee zusammen mit frischen Plätzchen
ein wohliges Gefühl verbreitet, dann ist sie da – die Zeit der Träume.

Die Zeit der Träume ist aber nicht nur in warmen Stuben zu Hause.
Sie ist immer auf der Suche nach Menschen, die noch Träume haben.
Es ist eben diese Zeit des, Jahres wo sie viel zu tun hat, viel herumkommt
und in die Herzen klettert, welche ihnen Einlass gewährt.

Um träumen zu können, ist der Winter die richtige Jahreszeit.
Die Bäume ragen ihre kahlen Äste in den Himmel. Schnee und Kälte
lassen wundervolle Blumen an den Fensterscheiben wachsen, malen Wangen und Nasen rot.
Jeder Mensch erlebt diese Zeit anders, ja manche bemerken sie nicht einmal.
Ich muss gestehen, dass ich diese Menschen bedauere.
Sie haben ganz andere Dinge im Kopf. Für sie ist der Winter die Zeit der Feste, die organisiert
werden wollen.
Die Zeit der Träume aber ist dankbar für jeden Traum, den sie erhaschen kann.
Die Träume der Menschen gestalten das kommende Jahr.
Ohne Träume gäbe es keinen Frühling, Sommer oder Herbst.
Im Frühling beginnen die Träume Knospen zu tragen und bald darauf blühen sie
in den unterschiedlichsten Farben.

Träume müssen reifen und werden von der Weisheit gut durchleuchtet, bevor sie zur Erfüllung
freigegeben werden. Das kann manchmal einige Jahre dauern. Ja und manchmal ist es besser,
wenn ein Traum nur ein Traum bleibt.
Die restlichen Träume aber tragen Früchte. Sie reifen heran unter den Strahlen der Sonne,
des Wassers,welches der Regen spendet und dem Streicheln des Windes.
Sie werden gehegt und gepflegt, bis sie reif zur Ernte sind.
Dann kommt die Zeit der Lese.

Mittlerweile ist es Herbst geworden – so wie jetzt – wo ich diese Geschichte schreibe.
Die Bäume tragen ein wunderschönes Blätterkleid.
Rot, gelb braun – alles Farben, die uns Menschen wohl bekannt sind. Und doch sind die Farben der Blätter im Herbst für uns Menschen unnachahmbar. Sie sind wie alles auf dieser Erde ein Wunder.
Ich denke mir, dass die Farbenpracht der Blätter den Zustand und die Erfüllung unserer Träume widerspiegelt.
So laufe ich vorsichtig und andächtig durch die Natur auf diesem Blätterteppich.
Einem Teppich, der erfüllten Träume.
Ich mache mir Gedanken und ziehe Bilanz, welcher sich von meinen Träumen in diesem Jahr erfüllt hat.
Geduldig und dankbar sehe ich dem Winter entgegen – der Zeit in der die Träume geboren werden.

© Celine Rosenkind
_________________

Hiltrud

Beiträge: 5722

Re: Geschichten zum Nachdenken

24.04.2012 11:05:02

Das Glöckchen des Poeten

Vor langer Zeit, lebte am Meer ein alter Poet. Sein ganzer Reichtum bestand aus seinem Ideenreichtum und einem kleinen silbernen Glöckchen. Beides hatte er von seinem Vater geerbt. Er liebte es, auf der Veranda zu sitzen und aufs Meer hinaus zu schauen. Seine Gedichte hatte er auf feinstes Papier geschrieben und in die Bäume seines kleinen Gartens gehangen. Sobald der Wind nur ein kleines bisschen wehte – und am Meer weht er ständig-, bewegte sich das Papier, und das silberne Glöckchen läutete gar lieblich. Schön war dieser Klang und im ganzen Land zu hören.
Nicht weit von dem alten Poeten lebte ein gar grimmiger Bursche.
Schon lange hatte er keine Ideen mehr, sein Papierbedarf war mächtig gesunken und die Tinte zum Schreiben längst ausgetrocknet. Er war wütend in seiner Einfallslosigkeit. Als er den Alten so eifrig schreibend auf seiner Veranda sitzen sah und das beruhigende Läuten des silbernen Glöckchens hörte, wusste er mit einem Schlage, dass das Glöckchen wohl die Ursache des Erfolges sei. Wenn er es nur für einen einzigen Tag hätte, dachte er,
wäre er wieder ein gemachter Mann.
Er überlegte nicht lange, setzte sein Sonntagsgesicht auf und bat den Alten, ihm das Glöckchen für einen einzigen Tag zu überlassen.
„Warum sollte ich es dir nicht borgen“, sagte der Poet freundlich. „Doch vergiss nicht, es gleich morgen früh wiederzubringen, denn ohne das Glöckchen bin ich schnell traurig.“ Nun sah sich der Einfaltslose in seiner Vermutung bestärkt. Er versprach es pünktlich zurück zubringen und eilte mit dem Glöckchen erwartungsvoll zu seinem Haus. Dort angekommen hängte er das Glöckchen an die Hauswand und wartete ungeduldig auf das liebliche Läuten. Doch das Glöckchen blieb stumm. Stunden vergingen und nichts geschah. Der alte Poet aber saß auf seiner Veranda und schrieb. „Wie ist das nur möglich“, begann der Einfaltslose zu schimpfen. Alles, was er empfand, war Hass und Neid. Es wurde Abend und die Sonne ging unter. Das kleine silberne Glöckchen hing unbeachtet noch immer an der Hauswand. Obwohl der Wind an jenem Abend eher einem Sturm glich, blieb es
stumm. Auch unser Poet wartete vergeblich auf einen wenigstens klitzekleinen Klang. Es war so beängstigend still geworden im Reich der Schreiberlinge, dass mancher sich fragte, was geschehen sei.
Am nächsten Tag wartete unser Poet vergeblich auf die Rückkehr des silbernen Glöckchens.
Trauer und Sorge trieben ihn voran, als er sich auf den Weg zum Nachbarn machte.
Dieser saß mürrisch an seinem Schreibtisch, kaute gelangweilt auf seiner Feder herum, während er ein leeres Blatt nach dem anderen zerknüllte.
„Ich habe auf dich vergeblich gewartet“, sagte unser Poet nach dem Morgengruß. „Schade, dass du dich nicht an unsere Abmachung gehalten hast denn so kann ich dir das Glöckchen nie wieder borgen.“ Kaum hörte das Glöckchen die ruhige Stimme seines Herrn, da begann es vor Freude so lieblich zu läuten, dass es im ganzen Land zu hören war.
„Oh weh“, sagte der Alte, „hat man dich einfach an die Hauswand gehangen. Wie sollst du auch läuten, wenn hier nicht ein einziger Baum steht?“ Er begann sich im Garten umzusehen und erklärte unserem Griesgram, dass es um schöne Werke zu schreiben auf die
Umgebung ankomme. In einem verwilderten Garten und Lieblosigkeit im Herzen können keine guten Ideen zustande kommen. Vieles hat der Poet dem verbitterten Nachbarn an jenem Tag an Erkenntnissen weitergegeben. Auch dass Ideenreichtum nicht von Glockenklang abhängig ist, sonder eher umgekehrt.
„Wie soll das Glöckchen läuten können, wenn man ihm nicht Raum gibt zum Schwingen“, erklärte der Alte.
„Wer mit sich selbst im Reinen ist und mit offenen Augen durch die Welt geht, der nur kann Wunder entdecken, sich begeistern und schreiben.“ Ja, und Fantasie gehört dazu lieber Leser denn sonst wäre diese Geschichte von mir nicht geschrieben worden.
Wenn du die Augen schließt und es hören kannst, das kleine silberne Glöckchen, dann habe ich dein Herz erreicht…..

Urheberrecht Celine Rosenkind

Hiltrud

Beiträge: 5722

Re: Geschichten zum Nachdenken

25.04.2012 11:27:21

~ Die Kindheit des Shams-e-Tabrizi ~

In der Zeit meiner Kindheit, war eine erstaunliche Bewußtwerdung über mich gekommen. Niemand berücksichtigte meinen Zustand. Mein Vater war von meinem Zustand ahnungslos. Er sagte, 'Zunächst einmal bist Du nicht verrückt. Ich weiß nicht, was los mit Dir ist. Es ist auch nicht das Aufrichten oder die Disziplin, und es ist nicht das und nicht das.' Ich sagte, 'Höre diesem einem Wort von mir zu: Mit mir bist Du wie Enteneier, die unter eine Henne gelegt wurden. Die Henne brütete sie aus, und Babyenten erscheinen. Als die Babyenten ein wenig größer wurden, gingen sie mit der Mutter zum Rand des Stromes und kamen an das Wasser. Ihre Mutter war eine Henne. Sie lief entlang des Randes des Stromes, ohne Möglichkeit in das Wasser zu steigen. Nun Vater, ich sehe, daß der Ozean mein Träger geworden ist, und dieser ist meine Heimat und mein Zustand. Wenn Du von mir bist, oder ich bin von Dir, komme in den Ozean. Wenn nicht, gehe zurück zu den Hennen. Das ist, wo Du aufgefangen wirst. Wie konnte ich es gewollt haben meine Innerlichkeit und meinen innerlichen Zustand offensichtlich zu machen? Er war ein guter Mensch und er hatte Adel. Wenn Du ihm einige Wörter sagen würdest, würden Tränen seinen Bart herunter rollen. Aber er war kein Liebender. Ein guter Mensch ist eine Sache, ein Liebender ist etwas anderes. In mir, da waren immer gute Neuigkeiten. Die Erwachsenen fragten mich denoch immer, „Warum bist Du so traurig? Hast Du nichts anzuziehen oder hast Du kein Geld?“ Dann antwortete ich ihnen gewöhnlich, „Ich wünschte, sie würden mir sogar die Kleider die ich habe, wegnehmen, und mir dann mich an mich (selbst) zurückgeben.“
_________________

Hiltrud

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Re: Geschichten zum Nachdenken

26.04.2012 11:21:49

DER VERSTAND UND DIE LIEBE

Der Verstand begegnete der Liebe und sagte zu ihr: "Ich hab schon oft über dich nachgedacht, aber ohne ein befriedigendes Ergebnis. Deshalb möchte ich dich geradeheraus fragen: Was ist dein Sinn?

Bevor die Liebe antworten konnte, fügte der Verstand hinzu : "Sag mir aber nicht, dein Sinn bestehe darin, die Menschen glücklich zu machen. Ich habe oft gesehen, daß du sie unglücklich gemacht hast.

"Mein Sinn besteht darin, daß die Menschen an mir wachsen und zu sich selbst finden, antwortete die Liebe. "Durch mich werden sie erst zu denen, die sie sein können. Ich erwecke das Beste in ihnen und bringe es zur Entfaltung. Und ich schenke ihnen Glück. Daß dieses Glück vergänglich ist und sich auch in Unglück verwandeln kann, darfst du mir nicht anlasten. Nichts ist von Dauer in dieser Welt. Und weder du noch ich haben die Macht, das Gesetz der Vergänglichkeit zu brechen.

"Ich weiß, sagte der Verstand, allerdings verstehe ich nicht, warum die Menschen sich im allgemeinen vor dir fürchten, obwohl du ihnen angeblich so viel Gutes zu geben hast, während sie zu mir volles Vertrauen haben.
Das liegt daran, antwortete die Liebe, "daß ich die Menschen ins Unbekannte führe, während du mit ihnen auf Wegen gehst, die sie gut kennen.
"Aber du sagst doch gerade" wandte der Verstand ein, daß du ihnen hilfst, zu sich selbst zu finden.
Das tue ich auch, erwiderte die Liebe, "aber ihr wahres Selbst ist den meisten Menschen unbekannt und macht ihnen deshalb angst. Und daran bist du nicht ganz unschuldig.
"Wieso?"
Du bringst sie dazu, Schutzmauern gegen mich aufzubauen, indem du ihnen einredest, wie gefährlich ich sei und wie groß die Schmerzen und Enttäuschungen sein können, die ich ihnen bereite. Du lehrst sie , mich zu fürchten.
Und habe ich nicht recht damit? fragte der Verstand .
Nein, du hast unrecht. Die Menschen verletzen sich sich nicht an mir, sie verletzen sich gegenseitig. Sie sind nicht enttäuscht von mir, sie enttäuschen sich gegenseitig. Und die Schmerzen , die sie erleiden, stammen nicht von mir , sondern daher, daß sie mein Wesen nicht tief genug verstehen. Wie sollten sie es auch können , wenn du sie unentwegt daran hinderst, sich ganz und gar auf mich einzulassen? Denn nur so können sie mich wirklich kennenlernen - und damit sich selbst .

Dieses Gespräch hat keinen Sinn, sagte der Verstand.
Wir reden aneinander vorbei..

"Weil du nicht schweigen kannst", erwiderte die Liebe...

Hiltrud

Beiträge: 5722

Re: Geschichten zum Nachdenken

27.04.2012 10:56:19

Die Königsinsel

Es lebte einmal ein Volk, das eine besondere Art hatte, seinen König zu wählen:
An einem bestimmten Tag eines jeden Jahres begaben sich alle erwachsenen Männer zum Hauptplatz, und
man wartete. Derjenige, auf dessen Haupt sich eine Taube setzte, wurde für das Jahr der Herrscher des
Reiches. Während dieser Zeitperiode konnte der König alles tun, was ihm gefiel und kein Wunsch wurde
ihm abgeschlagen. Doch am Ende seines Mandats war er unerbittlich dazu verurteilt, auf eine einsame lnsel
zu ziehen und dort bis zu seinem Tode zu verbleiben.

Und dies war der Gang der Dinge durch viele Jahre hindurch und ein König nach dem anderen erhielt das
Amt, lebte ein Jahr lang wie ein Krösus, sammelte sich unendliche Reichtümer, die er dann zurückließ, um
auf die einsame Insel zu gehen. Bis eines Tages die schicksalhafte Taube sich auf das Haupt eines jungen
Mannes niederließ, der ohne Zweifel klüger war als seine Vorgänger. Er dachte sich: "Wenn ich während
dieses Jahres alles, aber wirklich alles, tun kann, was ich will, dann werde ich folgendermaßen vorgehen:
Ich werde Tiere verschiedenster Art, Obstbäume und Blumen auf die Insel bringen lassen, wohin ich in
einem Jahr geschickt werde. Ich lasse mir ein Haus mit allen möglichen Bequemlichkeiten bauen und werde
es in die Wege leiten, daß meine Familienmitglieder und Freunde auf die lnsel ziehen und dort wohnen. Auf
diese Art wird mein künftiges Leben weiterhin glücklich verlaufen, auch wenn ich kein König mehr sein
werde."

Und so geschah es!

Hiltrud

Beiträge: 5722

Re: Geschichten zum Nachdenken

28.04.2012 11:49:44

Über die Schattenseiten.......

mit gesenkten Blick setzte sich die junge Frau ,
neben den weisen Mann auf einen Stein. Zögernd begann sie zu erzählen: “Ich werde manchmal sehr wütend. Kleinigkeiten versetzen mich dann regelrecht in Rage. Ich schäme mich dafür. Wie kann ich mich verändern?“

Der große Meister und Heiler nahm sie väterlich bei der Hand und führte sie abermals in den Wald zu dem prachtvollen Schloss. Siri durfte alle Räume besichtigen. Sie war sichtlich beeindruckt von den wertvollen Gemälden, edlen Teppichen und Ziergegenständen aus purem Gold. Das Schloss übertraf all ihre Vorstellungen von Schönheit und Anmut.
Dann jedoch führte sie der weise Mann zu einem entlegenen Kämmerchen. Der ganze Raum war düster und strahlte etwas Bedrohliches aus. Ein unangenehmer Geruch stieg ihr in die Nase. “Da liegt deine Wut”, erklärte der Meister. “Dieses Zimmer gehört auch zum Schloss.”
Erkenntnis:
Mensch zu sein bedeutet, nicht vollkommen zu sein. Damit Sie wachsen können, brauchen Sie negative Eigenschaften/Situationen und auch Menschen, die Sie in Rage versetzen. Sie zeigen Ihnen auf, dass Sie noch etwas in Ordnung bringen und lernen können. Wenn es Ihnen gelingt, Probleme anzuschauen und sie anzunehmen, ihnen mit Achtung, Dankbarkeit, Einsicht und Liebe zu begegnen, dann können Sie ALLES Belastende loslassen und transformieren.

Quelle; Unbekannt

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11.01.2018

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