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Thema "Sauerstoff-Pause":

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Forum | Medizinische Fragen | Sauerstoff-Pause

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Brigibu

Beiträge: 82

Sauerstoff-Pause

04.02.2012 15:57:08

vielen Dank für alle Mitteilungen an mich!
Ich wünsche ein sonniges
Gut Luft Wochenende
Brigitte

c.fuerstenberg

Beiträge: 31

Re: Sauerstoff-Pause

04.02.2012 18:21:14

Hallo Brigitte,

auch wenn ich Joachim prinzipiell zustimme, so denke ich aber doch, dass man die anzustrebende 24-Stunden-Versorgung etwas differenzierter betrachten kann. Es kommt nämlich auch auf die Art der Erkrankung an, was bedeutet, dass die Sauerstoffsättigung zwar ein wichtiger, aber kein alleiniger Maßstab ist.
Ich leide z.B. unter einer respiratorischen Partialinsuffizienz und bekomme auch O2, doch profitiere ich nach Aussagen meines Lungenfacharztes in einem Lungenzentrum in Ruhe kaum davon. Also sitze ich manchmal am Schreibtisch und genieße die Freiheit vom Schlauch.

Ich denke, jeder muss verantwortungsvoll für sich selbst entscheiden und meine Erfahrungen sollen auf keinen Fall eine Empfehlung darstellen, aber ich wollte einfach mal erzählen, wie unterschiedlich die Wirkung sein kann.

Viele Grüße an dich und alle anderen Forumsbesucher/innen

Claudia

Horst

Beiträge: 479

Re: Sauerstoff-Pause

05.02.2012 09:39:28

Hallo Claudia
der heutige stand der Sauerstofflangzeittherapie hat sich ja schon gewandelt.
Man hat Heute 3 Therapien Bei Belastung, nachts oder aber die 24 Stunden. Wenn du in Ruhe über 90% bist könntest Du die Nasenbrille weglegen Du solltest aber messen wenn du Dich wieder bewegen tust (Aufstehen Küchenarbeit oder auf Toilette gehen) sollte er dann wieder unter die 90% fallen dann schnüffle wieder.
LG Horst

ruhojen

Avatar von ruhojen

Beiträge: 296

Re: Sauerstoff-Pause

05.02.2012 11:06:26

Hallo an Alle,
auch an "Neulinge", zur Info:

In dieser Diskussion treffen viele unterschiedliche Ansichten und Erfahrungen aufeinander.Jo@chim und Andere verweisen auf Werte, die angestrebt werden und als Norm gelten.
Da ich kein Arzt bin,kann ich hier nur meine Meinung und meine Erfahrungen wiedergeben wie auch die von dem Arzt(Klinik), der mir erstmals Sauerstoff verordnete.
Da hieß es: Sauerstoff nur bei Belastung, 3 L /Minute.
Auf Nachfrage: In Ruhe 2 L/Minute, aber nicht zwingend erforderlich (?), jedoch 16 Std am Tag empfehlenswert.
Ich fragte mich als Neuling(Okt. 2010) " was nun?"
Da bin ich froh, dass ich eine gute Lungenfachärztin habe. Nach umfangreichen Untersuchungen und Tests: 1 L/Min in Ruhe, 3L/Min bei Belastung. Damit komme ich gut aus.
Durch die Teilnahme an den Diskussionen hier im Forum habe ich Kenntnis vom "Pulsoxymeter" bekommen und mir einen angeschafft.Somit fühle ich mich auf der sicheren Seite, wenn die Werte über 90 %, meist 95 % und mehr sind.
Meine Lungenfachärztin meinte, dass ich bei absoluter Ruhe bei 93-95 % liege und damit eigentlich keinen Sauerstoff in Ruhe bräuchte (War auch die Meinung des Klinikarztes). Da jedoch schon bei kleinster Belastung (gehen ins Bad, Schuhe anziehen) der Wert unter 90% kommt, solle ich bei 1 L/Min bleiben, bei längerer Belastung aber unbedingt die 3 L/Min nehmen.
Das heißt, zum Essen nehme ich den Schlauch ab; auch wenn ich ganz ruhig sitze (Fernsehen) liegen meine Werte ohne Sauerstoff bei 93-95%. Darüber bin ich froh, geht es mir doch da --im Vergleich zu anderen "Sauerstoffpflichigen"-- noch gut!
Noch ein Hinweis: ich habe auch ein Lungenemphysem und habe festgestellt, dass ich besser Luft bekommen, wenn ich tagsüber mehrmals Atemübungen mache, indem ich tief einatme und mit Lippenbremse tief ausatme.
Zur Erweiterung der Bronchien inhaliere ich morgens und abends je 1 Kapsel "FormoLich", wobei da die höchste Wirkung nach 1,5 Stunden eintritt.

Faszit: Sicher soll man sich an die Verordnung des Arztes halten aber auch nicht überängstlich sein. Ich habe lange Zeit unter Atemnot gelitten und man hat das immer auf das Asthma geschoben, und ich hatte lange lange Zeit keinen Sauerstoff!!!Das habe ich ja auch überlebt "lol".
Dann wurde ein Herzkatheter gemacht, weil man annahm, die Luftnot kommt vom Herz. Da da kein Befund vorlag, hat man --auf mein ausdrückliches Verlangen!!-entsprechende Untersuchungen gemacht, die zur Sauerstoffverordnung geführt haben!
Letzter Befund: COPD(Gold) III-IV.
Das also meine Erfahrungen: an die Verordnungen halten, aber nicht überängstlich sein. Bei gravierenden Veränderungen den Arzt aufsuchen.
Allen weiterhin "Gut Luft"
wünscht der "Senior" Rudi

Letzte Änderung: 05.02.2012 11:13:34 von ruhojen

Horst

Beiträge: 479

Re: Sauerstoff-Pause

05.02.2012 11:39:11

Hallo Rudi
genau so wie du es beschrieben hast isses.
Horst

Jo@chim

Avatar von Jo@chim

Beiträge: 716

Re: Sauerstoff-Pause

05.02.2012 13:23:22

Gut Luft,

In der Verordnung zur Langzeit-Sauerstofftherapie (LOT/LTOT) gibt es drei Basiswerte zur Einstellung des Sauerstoffflusses.

• Ruhe
• Belastung
• Schlaf

Nach den Leitlinien zur Langzeit-Sauerstofftherapie ist eine Sauerstoffgabe angezeigt bei:

• PaO2 in Ruhe <= 55 mmHg oder
• PaO2 in Ruhe 56 - 60 mmHg bei Cor pulmonale oder Polyglobulie oder
• PaO2 unter Belastung <= 55 mmHg oder
• Hypoxämie im Schlaf

Bei einer O2-Applikation in Ruhe

• PaO2 >= 60 mmHg oder
• Anstieg von PaO2 um 10 mmHg

Bei einer O2-Applikation Belastung

• PaO2 >= 60 mmHg oder
• Belastbarkeit verbessert

Was ist Belastung?

Ruhe und Schlaf sind ziemlich eindeutig definiert. Aber wo beginnt die Belastung?

Jeder Veränderung von der Ruhe ist eine Belastung:

• Umdrehen im Bett
• Anheben eine Chiptüte
• Aufstehen vom Stuhl oder vom Sessel
• Umhergehen in der Wohnung
• Lungensport
• Hausarbeit
• Körperreinigung

Bei mir fällt die mit einem Pulsoximeter gemessene Sauerstoffsättigung bereits deutlich ab, wenn ich vom Stuhl aufstehe und in der Wohnung umhergehe. Ich muß dann den Sauerstoffluß stärker aufdrehen.

Eine Unterbrechung des Sauerstoffflusses zum Rasieren merke ich bereits deutlich. Bereits die veränderte Atmung bei Zähneputzen reicht zum Abfall der Sauerstoffsättigung aus.

Ich gehe mit Sauerstoff unter die Dusche.

Liebe Grüße
Joachim

Joachim Heinrich
multa cadunt inter calicem supremaque labra (Marcus Porcius Cato Censorius)

Brigibu

Beiträge: 82

Re: Sauerstoff-Pause

05.02.2012 16:16:21

Vielen Dank für die ausführliche Information.
Ich kam ins Grübeln, weil die Sanitäter vom Rettungswagen mich sofort mit Sauerstoff versorgten und es mir augenblicklich besser ging. Wenn sich bei mir zuhause nun eine erneute Exazerbation anschleicht und die Atmung immer "enger" wird - ist es dann nicht sinnvoll den 02Fluss kurzfristig zu erhöhen bis der Anfall vorbei ist? Ich habe jetzt 2l/min. und könnte mir vorstellen in der Notsituation auf 5l/min. zu erhöhen. Ist das ganz unmöglich?
LG Brigitte

ruhojen

Avatar von ruhojen

Beiträge: 296

Re: Sauerstoff-Pause

05.02.2012 16:33:49

Hallo Brigitte,
das ist wohl ein Notfall.
Wir sprachen hier von der "Normalität".
Ich kann mir denken,dass bei einem solchen Fall, wie du ihn schilderst, eine Erhöhung des Sauerstoffes gut sein kann. Ich hatte da Berodual Dosieraerosol genommen,als Anfallsspray zur Erweiterung der Bronchien und dann täglich ACC 600 akut morgens und abends zum Abhusten. Wenns da nicht besser wird, unbedingt den Arzt aufsuchen!
Ich habe da allerdings den Sauerstoff (z.B. nach einem Hustenanfall) kurzfristig erhöht (Wert stieg laut Pulsoxymeter deutlich!) und kann mir nicht denken, dass das schadet.
Gruß
Rudi

Letzte Änderung: 05.02.2012 16:39:25 von ruhojen

ruhojen

Avatar von ruhojen

Beiträge: 296

Re: Sauerstoff-Pause

05.02.2012 16:49:25

Hallo Jo@chim,
ja, da muss ich dir Recht geben, die Belastung fängt schon beim Aufstehen an.
Beim Weg zum Bad (habe ich mal versuchsweise gemessen) fiel, ohne Sauerstoff, der Wert vom Sitzen im WOZI von 93 % schon auf 83 % zurück.Das waren gerade mal ca 10 m.
Wenn ich wie verordnet Sauerstoff nehme(3 L/Min bei Belastung)drehe ich z.B. beim Treppensteigen oft auf 4-5 kurzfristig auf, liegt aber auch sicher am Demandsystem(Helios 300).
Ansonsten komme ich mit 3 L bei Belastung(leichte Gymnastik zuhause, Hausarbeit usw) gottseidank noch ganz gut hin.
Gruß
Rudi

Letzte Änderung: 05.02.2012 16:50:58 von ruhojen

bibiviola

Beiträge: 3362

Re: Sauerstoff-Pause

05.02.2012 17:26:23

Hallo Brigitte,

das ist der falsche Weg, bei Anflug einer Exacerbation den Sauerstoff hoch zu drehen, denn bei der höheren Einstellung müsstest du ja ein paar Tage bleiben.
Es muss vom Arzt abgeklärt werden, ob du überhaupt so viel Liter Sauerstoff zu dir nehmen darfst, weil es durchaus sein kann, dass dann dein CO2-Wert ansteigen kann, dann geht es in Richtung Vergiftung.
Am Sinnvollsten ist es, du sprichst mit deinem Arzt einen Notfallplan ab und hast dann die nötigen Medikamente zu Hause.
Meist ist eine Kortisonstoßtherapie sehr viel wirksamer in Verbindung mit Schleimlösern. Für den kurzfristigen Notfall, also akute Atemnot solltest du ein Notfallspray haben, z B. Berodual.

Ich wünsche noch einen schönen Sonntagabend und liebe Grüße
Birgit

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