Kopfbild mit Logo
Suche:

Thema "Notfall auf Reisen":

Boardübersicht Mein Profil letzte Beiträge

Forum | Info und Anfragen | Notfall auf Reisen

luna

Beiträge: 35

Notfall auf Reisen

28.05.2012 11:46:40

Hallo alle zusammen,

bin dabei so langsam alles durchzulesen. Manchmal wirds mir dabei gruselig (ich meine ziemlich ängstlich) wenn ich von den hohen Flußraten und Atemmasken lese und was noch so alles auf mich zukommen könnte. Manchmal bin ich hoffnungsvoll wenn ich lese daß einige weniger Sauerstoff oder Medis nehmen können. Dann war es sehr schön von euren Reisen mit Wohnwagen oder ohne zu lesen. Dazu hätte ich mal Fragen:
Was macht Ihr wenn Ihr unterwegs seid und ein Notfall eintritt.
Könnt Ihr noch die Gegend zu Fuß erkundigen. Mit wieviel Litern?
Bin mittlerweile bei 1,5 ltr. in Ruhe (sitzen und schlafen) angekommen. Mach zur Zeit eine Kortisonstoßkur 14 Tage ausschleichend. Jetzt nach 7 Tagen wird die Atemnot wieder spürbar. Sauerstoff ist ok. Darf bei der niedrigen Flußrate in Ruhe zwische 1 - 2Ltr. rumschalten mit Genehmigung vom Lufa. Bei Belastung 3 - 4 Liter.

Also vielleicht könnt ihr mir Eure Erfahrungen mitteilen wie Ihr das mit dem verreisen managt.

Freu mich schon auf eure Antworten.
viel Wohlbefinden wünsch ich Euch
Lydia

Jo@chim

Avatar von Jo@chim

Beiträge: 716

Re: Notfall auf Reisen

28.05.2012 12:31:37

Gut Luft Lydia,

Ein Notfall kann auch zu Hause auftreten. Nicht jeder Notfall ist planbar, aber kann auf das Szenario vorbereitet sein.

Der erste Schritt ist Ruhe zu bewahren und durch möglichst wenig Anstrengungen den Sauerstoffbedarf auf ein Minimum zu halten. Danach sollte man die Notfallnummer seines Versorgers anrufen und sich Lösungen vorschlagen zu lassen. Diese Notfallnummer sollte man immer griffbereit haben. Notfalls muß man die Feuerwehr „112” anrufen.

Wie schwerwiegend der Notfall ausfällt, hängt vom eigenen Sauerstoffbedarf ab. Einige unter uns können längere Zeit auch ohne Sauerstoff auskommen, andere müssen sich sogar beim Umstecken der Schläuche beeilen.

Ein Versorger kann nicht hexen. Man muß daher schon mit drei bis fünf Stunden für Hilfe im Notfall rechnen.

Mein Schreckensszenario ist ein auswärtiger Autoschaden, welcher nicht am gleiche Tage beseitigt werden kann. Dann nützen einem ein Reisetank oder ein Sauerstoffstoffkonzentrator für die Autobatterie wenig. Ein LOX-Tragegerät reicht auch nicht bis zur Schadensbeseitigung.

Liebe Grüße
Joachim

Joachim Heinrich
multa cadunt inter calicem supremaque labra (Marcus Porcius Cato Censorius)

Namba_Wan

Beiträge: 144

Re: Notfall auf Reisen

28.05.2012 12:48:15

Hallo Lydia!

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Auf Reisen geht alles genau so wie zu Hause auch.

Wir nehmen den elektr. Konzentrator, den elektr. Rollstuhl, das Beatmungsgerät für die Nacht und den Sauerstoffbehälter mit. Auf dem Campingplatz läuft der elektr. Konzi und für die Mobilität sorgt Flüssigsauerstoff. Den Sauerstoffbehälter tanken wir etwa wöchentlich mittels Reiseversorgung der Fa. Linde. Funktioniert einfach super.

Im vorigen Jahr fiel, ausgerechnet an einem Wochenende, in Bayern der elktr. Konzentrator aus. In solch einem Fall wendet man sich an REHAVITAL (0800-734244533). REHAVITAL ist so etwas wie der ADAC im Sanitätshauswesen. Uns wurde ein Bereitschaftsdienst eines Sanitätshauses in der Nähe genannt. Von dort kam jemand und brachte ein Austauschgerät auf den Campingplatz. Das defekte Gerät wurde mitgenommen und an unser Sanitätshaus geschickt. Dort bekamen wir es nach dem Urlaub repariert zurück und gaben das Austauschgerät dort auch wieder ab. Alles vollkommen problemlos.

Im Grunde ist auf Reisen wirklich alles wie zu Hause. Ich kann mir kaum vorstellen, was da nicht gehen sollte. Zumnidest nicht im Inland.

In Wasserburg gibt es ein Reisebüro, welches die Sauerstoffversorgung auf Reisen für Sauerstoffpflichtige organisiert. Und dies auch, wenn man die Reise dort nicht gebucht hat!

Ich kann nur dazu ermutigen, nicht aufs Reisen zu verzichten. Es muss ja nicht zwingend Camping sein. laugh

Gruß NambaWan

Alle sagten, das geht nicht. Dann kam jemand, der das nicht wusste und machte es einfach.

Namba_Wan

Beiträge: 144

Re: Notfall auf Reisen

28.05.2012 13:00:30

Jo@chim schrieb:

. . .Mein Schreckensszenario ist ein auswärtiger Autoschaden, welcher nicht am gleiche Tage beseitigt werden kann. Dann nützen einem ein Reisetank oder ein Sauerstoffstoffkonzentrator für die Autobatterie wenig. Ein LOX-Tragegerät reicht auch nicht bis zur Schadensbeseitigung. . .

OK Joachim, dies wäre fast der Supergau. Aber eben nur fast! Ich würde in solch einem Fall einfach ins nächstgelegene Krankenhaus fahren und dort würde meine Frau dann schon geholfen. Notfalls mit einem Bettchen über Nacht.

Ich gestehe, alles kein schöner Gedanke, aber auch nicht wirklich ein unlösbares Problem.

Noch ein kleiner Tipp: Meine Frau hat einen Zettel mit all ihren Diagnosen in der Handtasche. Und zwar nicht mit den sprachgebräuchlichen Namen, sondern mit der exakten lateinischen medizinischen Bezeichnung. Ebenso einen Zettel mit den Medikamenten und ihrer Dosierung. Auch hier nicht mit dem Namen des Medikamentes, sondern auch mit dem Wirkstoff. So weiß jeder Arzt, auch im Ausland, was für einen Patienten er vor sich hat.

Es ist sicherlich falsch, leichtsinnig und ungeplant auf Reisen zu gehen. Ich finde aber, dass es ebenso falsch ist, vor übergroßer Angst aufs Reisen zu verzichten. Geht man mit Sinn und Verstand an die Sache heran, halte ich das Risiko bei Notfällen nicht größer als zu Hause auch.

Gruß NambaWan

Alle sagten, das geht nicht. Dann kam jemand, der das nicht wusste und machte es einfach.

Jo@chim

Avatar von Jo@chim

Beiträge: 716

Re: Notfall auf Reisen

28.05.2012 13:55:39

Gut Luft NambaWan,

Namba_Wan schrieb:

… Es ist sicherlich falsch, leichtsinnig und ungeplant auf Reisen zu gehen. Ich finde aber, dass es ebenso falsch ist, vor übergroßer Angst aufs Reisen zu verzichten. Geht man mit Sinn und Verstand an die Sache heran, halte ich das Risiko bei Notfällen nicht größer als zu Hause auch. …

Für die meisten Notfälle gibt es heute eine Lösung. Wir sind heute nicht mehr in der Situation, als die letzte Bewohnerin einer „Eisernen Lunge” wegen Stromausfall sterben mußte.

Mit guter Planung, einer guten Ausrüstung und einem helfenden Partner kann man trotz Sauerstoff noch viel unternehmen. Man sollte jedoch auch nicht leichtsinnig sein. Einigen turnschuhtragenden Bergsteigern ist ihr Leichtsinn schlecht bekommen.

Viel hängt auch von der Auswahl der Reiseroute und dem Zielgebiet ab. Je einsamer die Gegend ist, desto länger dauert es bis Hilfe kommt. Eine schnelle Hilfe kann auch die Wettersituation oder hohes Verkehrsaufkommen verhindern.

Liebe Grüße
Joachim

Joachim Heinrich
multa cadunt inter calicem supremaque labra (Marcus Porcius Cato Censorius)

Namba_Wan

Beiträge: 144

Re: Notfall auf Reisen

28.05.2012 19:14:48

Hallo!

Jo@chim schrieb:

. . . Mit guter Planung, einer guten Ausrüstung und einem helfenden Partner kann man trotz Sauerstoff noch viel unternehmen. . .

Ich kann diesen Satz nur unterstreichen! Eines der wichtigsten, wenn nicht sogar das wichtigste Arzneimittel, das zur Verfügung steht, ist Lebensfreude und Lebensqualität! Und da gehören Reisen und Unternehmungen, zumindest für viele, dazu.

Jo@chim schrieb:

. . . Viel hängt auch von der Auswahl der Reiseroute und dem Zielgebiet ab. Je einsamer die Gegend ist, desto länger dauert es bis Hilfe kommt. Eine schnelle Hilfe kann auch die Wettersituation oder hohes Verkehrsaufkommen verhindern. . .

Natürlich trifft dies besonders auf gesundheitlich angeschlagene Menschen zu, gehört aber nach meiner Meinung zum allgemeinen Lebensrisiko.

Gruß NambaWan

Alle sagten, das geht nicht. Dann kam jemand, der das nicht wusste und machte es einfach.

Neue Artikel

Änderung

Website zuletzt geändert am

24.04.2018

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen
Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen.
Kontrollieren Sie dies hier.

© Deutsche Sauerstoff- und BeatmungsLiga LOT e.V. - Selbsthilfegruppen für Langzeitsauerstoff- und Beatmungstherapie