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Thema "Mit COPD in der Stadt leben?":

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Forum | Info und Anfragen | Mit COPD in der Stadt leben?

WeißerWolfs_Tochter

Beiträge: 2

Mit COPD in der Stadt leben?

02.02.2013 18:02:36

Hallo zusammen,

ich habe mich hier angemeldet, da mein Vater an COPD erkrankt ist und ich ihn gerne unterstützen möchte. Nun suche ich nach Gleichgesinnten, die bereits Erfahrungen mit dieser Krankheit gesammelt haben und in Großstädten wohnen.

Mein Vater ist auf ein Sauerstoffgerät angewiesen, schafft es aber momentan ab und an mal für max. eine Stunde ohne auszukommen. Den Rollator braucht er momentan zum Glück auch nicht. Letztes Jahr war das Ganze noch gar nicht denkbar, da er durch bestimmte Lebensumstände körperlich und psychisch am Ende war.

Nun lebt er seit vielen Jahren auf dem Land, würde aber gerne, nachdem ihn dort nichts mehr hält, wieder "nach Hause" in die Großstadt ziehen. Allerdings hat er Angst, dass ihm die Luft hier zu sehr auf seine Lunge schlägt und er gezwungen wäre, wieder aufs Land zu ziehen. Also haben wir uns überlegt, welche Regionen es in und um Düsseldorf herum gibt, in die er ziehen könnte. Außerdem fiel uns eine Einschränkungen auf, die er in einer Stadt zusätzlich haben könnte (nicht zu jeder Zeit an jeden Ort fahren zu können).

Nun würde ich mich riesig freuen, wenn ihr über eure Erfahrungen bezüglich der abgasverpesteten Luft in den großen Städten berichten würdet. Wir lebt/überlebt ihr in einer großen Stadt?
Habt ihr vielleicht ein paar Tipps, wie man einem lungenkranken Menschen das Leben dort erleichtern könnte?

Ich würde mich sehr auf eure Antworten.

Einen lieben Gruß
Lillyen

bibiviola

Beiträge: 3362

Re: Mit COPD in der Stadt leben?

03.02.2013 09:44:44

Hallo Lillyen,

ich denke, es ist keine gute Idee, vom Land wieder in die Stadt zu ziehen. Es sind ja nicht nur die Abgase, die einem das Atmen schwer machen. Dazu kommt die doch relativ hohe Luftfeuchtigkeit, durch die Rheinnähe, die sich in der Stadt besser hält , Nebel und auch andere Einflüsse.
Ich bin damals aus einer Kleinstadt, die am Fluss liegt, etwas höher auf ein Dorf gezogen. Ich habe es bis heute nicht bereut. Wenn im Tal der Nebel noch dick wabert, scheint bei uns oben die Sonne und es ist klare Luft. Sicher gibt es auch neblige Tage, aber die kann man zählen.

Du schreibst, dass dein Vater versucht ab und an ohne Sauerstoff aus zu kommen. Bitte macht das nicht. Sauerstoff wirkt nur so lange, wie er auch eingeatmet wird. Er unterstützt die Organe und Muskulatur, die viel besser mit Sauerstoff versorgt werden.
Jede Stunde, da dein Vater nicht am Sauerstoff hängt, schädigt auf Dauer seine Organe.
Vielleicht sollte dein Vater eine Reha in einer Adäquaten Klinik machen (z.B. Bad Reichenhall oder Schönau am Königssee). Diese Kliniken sind auf COPD-Patienten mit Sauerstoff sehr gut spezialisiert und dein Vater würde lernen, mit der Erkrankung um zu gehen, hätte Therapien, die gezielt auf sein Befinden ausgerichtet sind. Zudem würde er langsam an den für ihn richtigen Sport herangeführt werden, was seine Leistungsfähigkeit wieder steigern würde.
Zur Zeit sind Spaziergänge schon sehr sinnvoll, viel Bewegung, die den Körper aber nicht überlastet, also auch Pausen einlegen, sich nicht überfordern.
Vielleicht mit ein paar Minuten anfangen und dann ganz langsam um ein paar Minuten steigern.
Reflektorische Atemtherapie wäre auch noch eine Möglichkeit, deinem Vater zu helfen. Sie lockert die gesamte Atemmuskulatur, weitet den Brustkorb. bzw. werden da auch Atemübungen gemacht, die den Brustkorb weiten, er lernt das richtige Ausatmen, bestimmte Stellungen bei Luftnot usw.
Diese Therapie können aber nur spezialisierte Therapeuten durchführen.
Hier findest du, ob es in eurer Nähe solche Therapeuten gibt:
http://www.reflektorische-atemtherapie.de/

Wenn du dann auf Therapeuten klickst und dann auf Therapeutensuche, dann kannst du PLZ und Wohnort eingeben.

Das war jetzt eine ganze Menge, aber wenn du noch Fragen hast, dann melde dich bitte wieder.
Wir haben hier auch nachmittags ab 17 Uhr einen Chat, in dem dir auch schon Fragen beanwortet werden können.

Bis dahin wünsche ich dir und deinem Vater alles Gute!
Liebe Grüße
Birgit

ursulakb

Beiträge: 1945

Re: Mit COPD in der Stadt leben?

03.02.2013 10:57:12

Hallo Lillyen,

das ist eine sehr schwere Frage, die Du da stellst.
Birgit hat Dir schon sehr ausführlich und informierend geantwortet.

Wichtig ist es, wo fühlt sich Dein Vater wohl?
Wo findet er ein soziales Umfeld?
Wer kann ihm auch mal helfen?
Wie weit entfernt sind Fachärzte?
Und ganz wichtg, wenn jetzt ein Umzug angedacht ist, kann er dort auch bleiben, wenn sich die Krankheit sehr verschlechtert?

Für weitere Fragen stehen wir hier und im Chat und telefonisch gerne zur Verfügung.
UrsulaKB

elmar bersch

Beiträge: 336

Re: Mit COPD in der Stadt leben?

07.02.2013 16:16:24

hallo lillyen! wenn es denn sein soll, daß dein vater umziehen möchte und es soll nähe düsseldorf sein, dann erwägt doch mal hilden. hier ist es nicht ganz so schlimm mit dem verkehr,-bis auf die hauptstraßen-, und die vekehrsanbindung ist auch günstig. außerdem hat hilden einige -AWOs - die bieten gute unterhaltungsmöglichkeiten. in hilden leben einige sauerstoffpatienten. die arztnähe ist auch gegeben. wenn du lust verspürst dich einmal zu unterhalten, dann komm doch einfach mal vorbei. oder ruf mal an. nummer in pn. lieben gruß elmar

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WeißerWolfs_Tochter

Beiträge: 2

Re: Mit COPD in der Stadt leben?

11.02.2013 17:40:41

Hallo zusammen,

bitte entschuldigt die verspätetet Antwort. Ich habe euch nicht vergessen, bin aber momentan etwas gestresst.

Ich danke euch für eure Antworten smile

Momentan ist es wieder eher so, als wolle er nicht mehr Richtung Düsseldorf ziehen, da er nach euren Antworten eher wieder Angst vor der schlechten Luft hat.

Sein momentanes Problem ist seine Wohnungslage. Er lebt, nachdem er letztes Jahr alles verloren hat, was ihm wichtig war, nun mit einer Frau zusammen, die aber selber große Probleme (mit sich) zu haben scheint. Der Ärger und Stress, den er nun jeden Tag dort erfährt, rauben ihm Kraft und Kampfwillen. Dies schlägt ihm ordentlich auf den Magen und magert dann auch wieder ab (letztes Jahr wog er bei ca. 1.67 noch 40 Kg, nach 2 Krankenhausaufenthalten etwas über 47 und hat dann auch kurzfristig die 50 Kg erreicht). Außerdem überfordert er sich körperlich, da er quasi jeden Tag aus der gemeinsamen Wohnung flüchtet um ein wenig Seelenfrieden zu haben und gondelt dann in der Gegend rum. Nicht einmal nachts kann er wirklich durchschlafen durch diese Situation.

Das momentan größte Problem ist also die Wohnungssuche. Er findet dort keine Wohnung, die er bezahlen könnte bzw. das Sozialamt zahlen würde(Frührentner mit wenig Rente). Dies war der Grund, aus dem wir über die Stadt nachdachten, da es hier ja immer sehr kurzfristig freie und günstige Wohnungen gibt.
---

Danke, bibiviola für die Info mit dem Sauerstoff, den er nicht kurzfristig "absetzen" sollte. Das wusste er nicht.

Einen Klinikaufenthalt als Reha hatte er nach den Krankenhaus-Aufenthalten letztes Jahr, und zwar in Bad Greifenstein. Es hat ihm da auch gut gefallen und danach ging es ihm gut. Momentan geht es leider wieder ein wenig Berg ab, was ich gut verstehen kann.

Ich habe ihm vom Lungensport erzählt, die er zusammen mit seinem Arzt durchführen kann. Dies hat er auch angesprochen und ist wohl in Arbeit.
Ach, vielen Dank für deinen Link. Ich habe ihn auch an meinen Vater weitergereicht.
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Hallo ursulakb,

vielen Dank für deine Fragen, die alle sehr wichtig waren. All deine Fragen sprechen für einen Umzug nach Düsseldorf, bis auf die Letzte. Und diese ist leider auch die Entscheidenste.
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Hallo Elmar,

daran dachten wir auch. Ich nahm als Beispiel immer Knittkuhl oder Unterbach. Aber auch hier ist seine Angst zu groß vor der schlechten Luft.
(Edit: Frage entfernt, wurde mir in einer PN beantwortet)
Wir haben daran gedacht, dass er hier in Düsseldorf oder Umgebung mal eine Selbsthilfegruppe besucht um zu erfahren, wie Menschen in der großen Stadt mit diesem Problem umgehen. Aber gerade ist er ja wieder von dem Stadtleben weg.

Bitte seht es mir nach, wenn ich nicht zeitnah antworte. Es ist keine böse Absicht.

Lieben Gruß
Lillyen

Letzte Änderung: 11.02.2013 17:54:42 von WeißerWolfs_Tochter

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