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Thema "Zu hoher Sauerstofffluss (Flow) schädlich?":

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Forum | Sauerstoff-Langzeit-Therapie | Zu hoher Sauerstofffluss (Flow) schädlich?

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Dinon

Beiträge: 14

Zu hoher Sauerstofffluss (Flow) schädlich?

05.07.2013 11:10:30

Hallo an alle Foristen. Da ich neu hier bin, bitte ich mir Fehler noch nachzusehen. Ich weiß zum Beispiel nicht, ob das Thema in der Vergangenheit hier nicht schon behandelt wurde. Ich darf mich zunächst vorstellen:

Ich leide seit 2003 an einer idiopathischen Lungenfibrose. Seit 2008 benötige ich 24 Stunden am Tag Sauerstoff (Flüssig). Ich habe auch eine chronische Bronchitis. Außerdem leide ich an der koronaren Herzkrankheit und habe 2 Bypässe.

Ich befinde mich inzwischen in einem sehr fortgeschrittenen Stadium und benötige in Ruhe 5 l/min und unter Belastung mindestens 6 l/min. Häufig reicht auch das nicht mehr aus, so dass ich bis zu 8-10 l/min. einstellen muss.

Mein Lufa sagte ich könne das durchaus machen, weil sich bei der Lungenfibrose die Dinge anders verhalten als bei den anderen Lungenerkrankungen.

Jetzt habe ich aber festgestellt, dass mir bei diesen hohen Werten schwindlig wird und Kopfschmerzen auftreten, sowie verstärkt Schmerzen in der Brust im Lungenbereich. Gestern hatte ich schließlich morgens fast eine Art Kreislaufkollaps - da war allerdings auch eine starke körperliche Belastung voraus gegangen.

Meine Frage ist nun: Ist ein so hoher Sauerstofffluss bei Lungenfibrose wirklich unschädlich? Oder drohen kurz- oder langfristig körperliche Schäden? Welche?

Ich weiß, dass die Lungenfibrosen nicht so häufig sind wie die anderen Lungenkrankheiten, die eine dauerhafte Sauerstoffversorgung verlangen - aber vielleicht findet sich hier doch der eine oder andere Leidensgenosse, der meine Frage beantworten kann. Dafür möchte ich mich bereits in Voraus herzlich bedanken.

Freundliche Grüße,

Dinon

Letzte Änderung: 05.07.2013 11:49:26 von Dinon

bibiviola

Beiträge: 3362

Re: Zu hoher Sauerstofffluss (Flow) schädlich?

05.07.2013 12:43:09

Hallo Dinon,

ich habe zwar keine Fibrose, aber ich denke, es ist nicht ganz unbedenklich, den Sauerstoff von 6 l auf 8-10 l aufzudrehen.
es könnte durchaus sein, das du unter dieser Menge eine CO²-Narkose entwickelst. Es muss auf jeden Fall mit Blutgasanalyse mit der Gabe von 10 l abgeklärt werden, ob dein CO²-Wert ansteigt.
Ich denke, das ist bei allen Lungenerkrankungen so, auch bei der Fibrose.
Es ist halt so, dass Fibrosepatienten einen erhöhten bzw. hohen Sauerstoffbedarf haben.
Aber es muss immer augetestet werden, wie hoch der Sauerstoff gegeben werden kann.
Ich finde diese Pauschalaussage des Arztes schon bedenklich.
Warst du schon mal in einer Reha oder einer gescheiten Lungenfachklinik?
Dort würde man dich wirklich durchtesten und deinen Sauerstoffbedarf genau ermitteln.

Liebe Grüße
Birgit

Dinon

Beiträge: 14

Re: Zu hoher Sauerstofffluss (Flow) schädlich?

06.07.2013 09:08:31

Hallo Birgit,

vielen Dank für Deine Antwort, die mir bestimmt ein ganzes Stück weiter helfen wird. Ich denke zur Zeit darüber nach, den Lufa zu wechseln, weil ich auch das Gefühl habe, dass sich meine jetzige Situation ein anderer Arzt ansehen und die Werte messen sollte.

Es ist halt für mich zur Zeit schwierig zu entscheiden, was mir lieber ist - Luftnot oder Schwindel und Kopfschmerzen. Weißt Du zufällig, was bei einer CO²-Narkose passiert? Wird man ohnmächtig, oder bricht der Kreislauf zusammen?

Ich war schon sowohl in einer Reha- als auch einer gescheiten Lungenfachklinik. In beiden Fällen brauchte ich aber damals noch einen weit niedrigeren Sauerstofffluss als heute. In der Lungenklinik 2008 waren das noch die Werte 2 und 3 (Ruhe/Belastung), in der Reha 2011 die Werte 4 und 5. Interessanter Weise hat in der Reha kein Mensch sich dafür interessiert, ob diese Werte in Ordnung seien - ich habe immer selbst bestimmt, was ich einstelle. Es wurde aber schon gefragt, was ich eingestellt hatte und ich gehe davon aus, dass der regelmäßigen Blutabnahme auch jeweils eine Blutgasanalyse gefolgt ist und man es mir gesagt hätte, wenn die Werte nicht stimmen würden. Ich hatte aber insgesamt in dieser Reha-Klinik (Pfronten/Allgäu) den Eindruck, dass man dort sehr auf die anderen Lungenerkrankungen fixiert war und sich mit Fibrosen nicht so gut "auskannte".

Ich würde mich freuen, wieder etwas von Dir zu hören.

Liebe Grüße,
Dinon

Oliver

Beiträge: 65

Re: Zu hoher Sauerstofffluss (Flow) schädlich?

06.07.2013 10:45:08

Du solltest von einem Arzt messen lassen wie hoch dein Sauerstoff in Ruhe bei eingestellt werden muss.Das Ganze natürlich auch noch unter Belastung. Es droht bei einem Co2 von 60mhg eine Sauerstoffnarkose.

Hier ein Auzug aus Wikipedia dazu:

Endogene CO2-Narkose[Bearbeiten]

Im medizinischen Bereich treten auch endogene CO2-Narkosen auf, bei denen das Kohlenstoffdioxid dem körpereigenen Atmungsstoffwechsel entstammt. Eine an den aktuellen Bedürfnissen gemessen unzureichende Atmungsbewegung (Hypoventilation) führt zur Anreicherung von Kohlenstoffdioxid im Blut (Hyperkapnie), die in schweren Fällen zur Bewusstseinstrübung, zur Bewusstlosigkeit (Koma) und schließlich zum Tod führen kann. Ursachen einer derartigen Minderventilation können sein:
Vergiftungen oder Überdosierungen von Medikamenten oder Drogen, die die Atmung beeinträchtigen
Traumatische Ursachen beispielsweise nach schwerer Brustkorbverletzung mit Behinderung der Atmung
Tritt eine CO2-Narkose im Zusammenhang mit einer Ateminsuffizienz bei hochgradiger Fettsucht auf, spricht man auch von Pickwick-Syndrom.
Die Gefahr der CO2-Narkose spielt bei Patienten mit chronisch erhöhtem CO2-Partialdruck, meist infolge einer chronischen Lungenerkrankung, eine besondere Rolle. Bei ihnen wird der Atemantrieb wesentlich auch durch den pH-Wert und den Sauerstoffgehalt des Blutes reguliert. Die Zufuhr von Sauerstoff kann diesen Atemantrieb soweit dämpfen, dass es bei Spontanatmung zu einem weiteren Anstieg des CO2-Partialdruckes mit CO2-Narkose kommt. Abhilfe ist dann oft nur durch eine Beatmung möglich.
Durch moderne Konzepte, die eine Ermüdung der Atempumpe als Ursache eines Anstiegs des CO2-Partialdruckes ansehen und die Tagesschläfrigkeit auf einen gestörten Nachtschlaf durch die Atmungsschwäche zurückführen, wird die Rolle der CO2-Narkose als Ursache für die Schläfrigkeit neuerdings in den Hintergrund gedrängt. Eine terminale Hyperkapnie mit Atemstillstand wird hier eher als Zeichen einer Totalerschöpfung der Atempumpe angesehen. Der Atemstillstand kommt hiernach nicht durch eine Hyperkapnie zu Stande, sondern wird durch die zunehmende Hyperkapnie angezeigt. Eine Beatmungstherapie dient nach diesen Konzepten auch nicht primär der Normalisierung des CO2, sondern soll, intermittierend eingesetzt, zur Erholung der Atempumpe beitragen. Mit einer erholten Atempumpe kann dann der Patient im beatmungsfreien Intervall mehr CO2 abatmen, wodurch der CO2-Partialdruck gesenkt werden kann. Die Gabe von Sauerstoff ist hierbei sogar oft hilfreich und notwendig, weil ein solcher Patient, mit einem Atempumpenproblem, ohne das Risiko eines weiteren Sauerstoffabfalls seine Atempumpe weiter entlasten kann, was er durch eine Sollwertverstellung für den CO2-Partialdruck anzeigt.

bibiviola

Beiträge: 3362

Re: Zu hoher Sauerstofffluss (Flow) schädlich?

06.07.2013 11:25:31

Hallo Dinon,

du solltest den Schwindel und die Kopfschmerzen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Lieber abklären lassen, was die Ursache ist. Lieber einmal mehr zum Arzt, als einmal zu wenig.
Eine CO²-Narkose kann auch schwerwiegende Hirnschäden als Folge haben, z.B.Verlust der Kurzzeitgedächtnisses.
Also sieh dich bitte nach einem kompetenten Arzt um.

Als Reha-KLinik kann ich dir die Klinik im Bad Reichenhall oder aber Schönau im Berchtesgadener Land empfehlen.Die sind auf Sauerstoffpatienten spezialisiert.
Ich würde auf jeden Fall noch mal eine Reha beantragen.
Ich wünsche dir ein schöne Wochenende

Liebe Grüße
Birgit

Dinon

Beiträge: 14

Re: Zu hoher Sauerstofffluss (Flow) schädlich?

07.07.2013 10:00:20

Hallo Birgit und Oliver,

vielen Dank für Eure Antworten, die Mühe, die ihr euch gemacht habt, mich mit Informationen zu versorgen und für eure Ratschläge. Ich werde wohl demnächst einen anderen Lufa aufsuchen, den mir auch mein Hausarzt empfohlen hat.

Leider habe ich jedoch ein Problem, jeweils zu den Ärzten und wieder nach Hause zu kommen. Da ich es auf Grund meines jetzigen Zustandes eigentlich nicht mehr verantworten kann, mit dem Auto zu fahren, bin ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Da aber die nächstgelegenen Lufas mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur mit einer 40- bis 50-minütigen Bahnfahrt zu erreichen sind, reicht das Sauerstoffreservoir meines tragbaren Gerätes nicht für Hinfahrt - Behandlungsdauer - Rückfahrt aus - außer, ich kann es beim Lufa wieder befüllen, was bei meinem jetzigen Lufa möglich ist. Ob es auch bei dem neuen Lufa möglich ist, muss ich erst noch abklären.

Ich bin in dieser Hinsicht nämlich ein gebranntes Kind, denn ich musste nach einem Besuch des Klinikums Großhadern in München schon einmal die Notfallambulanz des Hbf München aufsuchen, weil mein Sauerstoff zur Neige ging und ich den geplanten Zug wegen eines Staus auf der Fahrt zum Bahnhof nicht mehr erreicht hatte.

Zunächst also erst mal herzlichen Dank für eure Hilfe. Ich werde mich wieder melden, wenn ich darf und weitere Hilfe benötige.

Liebe Grüße,
Dinon

Letzte Änderung: 07.07.2013 10:07:21 von Dinon

elmar bersch

Beiträge: 347

Re: Zu hoher Sauerstofffluss (Flow) schädlich?

07.07.2013 10:37:14

hallo dinon! wenn ich das so lese, denke ich du hast einen t1,2-behälter. dieser reicht natürlich nicht weit. auch ich habe einen t1,2 . diese reichen leider nur 2std. bei 6l/min und die brauche ich. ich habe mir einen zweiten verordnen lassen und habe diesen auch bekommen, da man mit nur einem nicht an die 5-stunden am gesellschaftlichen leben teilnehmen kann. diese beiden habe ich zusammen in einem einkaufswagen (caddy) untergebracht und der lässt sich gut hinterhe ziehen. ich finde sogar, daß es leichter als ein rucksack ist. wenn du nähere angaben benötigst, dann schreibe mir doch eine pn. lieben gruß und immer genug luft unter der nase. elmar

Angehängtes Bild
47-katze11.gif

Dinon

Beiträge: 14

Re: Zu hoher Sauerstofffluss (Flow) schädlich?

07.07.2013 11:22:32

Hallo Elmar,

vielen Dank für Deine Antwort. Völlig richtig, ich habe einen 1,2l-Behälter und dieser reicht bei 6l/min. eben nur gerade mal 2 Stunden aus. Vielen Dank für deinen Tip mit dem 2.Behälter und dem Caddy. Werde Dir nachher eine PN schicken, wegen Information zu dem Caddy. Nur kurz noch eine andere Frage: Was ist deine Erfahrung mit der Verdunstung von Sauerstoff im 2. Behälter, während du noch den 1. benutzt? Oder anders gefragt: wieviel ist im 2. Behälter noch drin, wenn der erste leer ist?

Vielleicht wirst Du dich wundern, warum ich das mit dem zweiten 1,2l-Behälter bisher nicht gemacht hatte. Nun, ich brauche erst seit ein paar Monaten Flusswerte von 5l/min. (Ruhe) und 6l/min. (Belastung). Bisher bin ich immer noch Auto gefahren und im Auto habe ich einen 30l-Behälter, aus dem ich während der Fahrt "bedient" werde und an dem ich meinen 1,2l-Behälter befüllen kann. Seit ich solch hohe Flusswerte benötige fühle ich mich aber zunehmend unwohl, weiter mit dem Auto unterwegs zu sein und habe das Gefühl, dass ich das nicht mehr verantworten kann.

Liebe Grüße und auch Dir immer genug Luft unter der Nase,
Dinon

bibiviola

Beiträge: 3362

Re: Zu hoher Sauerstofffluss (Flow) schädlich?

07.07.2013 12:04:16

Hallo Dinon,

es gibt noch eine andere Alternative, ich habe es mal aus dem O²-Report 2/2011 kopiert,

Problem & Lösung 4

Hohe Atemfrequenz und hoher sauerstoffbedarf

Der Oxymizer ist eine Sauerstoffbrille mit
einem Reservoir, das während der Ausatmung Sauerstoff speichert und ihn bei der
Einatmung als Bolus zusätzlich zu dem
eingestellten Flow abgibt. Durch diesen
Trick kann Sauerstoff gespart werden. Bei
einer eingestellten Flussrate von 1l/min
kontinuierlich erhält der Patient tatsächlich 3 Liter Sauerstoff/min, die Sauerstoffersparnis beträgt etwa 66,6 %. Bei niedrigen kontinuierlichen Flussraten ist der
Spareffekt am grössten. Aber auch Patienten, die unter 5 Litern Sauerstoff/min immer noch unterversorgt sind, bekommen mit dem Oxymizer durch den zusätzlichen Bolus in Wirklichkeit 7,5 l/min. Für diese Patienten ist die Nasensonde mit Reservoir oft die einzige Möglichkeit, mit ihrem portablen System, das nur eine maximale Leistung von 6 Litern/min bringt, überhaupt mobil zu sein. Der Oxymizer
ist vor allem für Patienten mit Lungenfibrose geeignet, die unter einer ausgeprägten Belastungshypoxämie leiden.
Vivisol Deutschland GmbH
Werner von Siemens str. 1
D-85375 Neufahrn bei Freising
Telefon + 49 (0) 1803 VIVISOL (9 ct./min)
Telefax + 49 (0) 800 VIVIFAX (kostenlos)
E-Mail: info@vivisol.de
Internet: www.vivisol.de

eine Abbildung findest du hier:

eine Abbildung findest du hier:

https://www.drivemedical.com/catalog/product_info.php?products_id=1836

Sprich doch deinen Arzt einmal darauf an.

Liebe Grüße
Birgit

Letzte Änderung: 07.07.2013 12:04:43 von bibiviola

Dinon

Beiträge: 14

Re: Zu hoher Sauerstofffluss (Flow) schädlich?

08.07.2013 10:12:21

Vielen Dank für die Info, Birgit. Klingt interessant. Werde meinen (neuen) Lufa mal darauf ansprechen!

Liebe Grüße,
Dinon

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