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Thema "Aerosoltherapie mit Colistin":

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Forum | Medizintechnik | Aerosoltherapie mit Colistin

Kutscher

Beiträge: 555

Aerosoltherapie mit Colistin

07.01.2015 10:56:21

Hier eine neue Info bzgl. Colistin. Hoffe diese ist noch nicht im Pressespiegel enthalten. Sonst haut mich die gute Ursula KB !!

LG Kutscher

Antibiotika-Aerosol
Erfolg bei COPD plus Pseudomonas

Viele COPD-Patienten mit Bronchiektasien profitieren offenbar von einer antimikrobiellen Aerosoltherapie. In einer Studie reduzierte die Inhalation von Colistin die Zahl der Exazerbationen deutlich - allerdings nur bei therapietreuen Patienten.

Erfolg bei COPD plus Pseudomonas

Pseudomonas: Nahezu jeder dritte COPD-Patient mit Bronchiektasien ist chronisch damit infiziert.

© Roche Diagnostics

MÜNCHEN. Inhalative Antibiotika werden derzeit routinemäßig in der Therapie Pseudomonas-besiedelter Mukoviszidose-Patienten eingesetzt.

Es gibt jedoch Hinweise, dass auch Patienten mit COPD-bedingten Bronchiektasien und Pseudomonas-Infektion von diesem Therapieansatz profitieren.

Nahezu jeder dritte COPD-Patient mit Bronchiektasien ist chronisch mit den gramnegativen Stäbchen infiziert, so Professor Martin Kohlhäufl vom Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart.

Der Erreger macht sich die permanente Gewebeschädigung zunutze, die dieser schweren Atemwegserkrankung zugrunde liegt: Als Folge einer initialen chronischen Infektion sind hier die Flimmerhärchen des Bronchialepithels geschädigt sowie Muskulatur und Bindegewebe rund um die Bronchien zerstört.
Studie zu inhalativen Colistin-Therapie

Letzteres führt zu Aussackungen und Destruktion des benachbarten Gewebes, was weitere Infektionen im Sinne eines Circulus vitiosus begünstigt. Pseudomonas aeruginosa setzt sich, so Kohlhäufl, bevorzugt an den verbliebenen Stummeln der Flimmerhärchen fest.

Kohlhäufl berichtete beim Internisten-Update in München von einer Studie unter britischer Leitung, in der der präventive Effekt einer inhalativen Colistin-Therapie bei 144 COPD-Patienten untersucht wurde. Alle hatten Bronchiektasien und waren nachweislich mit Pseudomonas aeruginosa besiedelt.

Die Patienten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Die einen erhielten Colistin in einer Dosierung von 2 x täglich 1 Mio. IE mittels Feuchtvernebler. Die zweite Gruppe blieb ohne Antibiotikum und diente als Kontrolle.

In Bezug auf den primären Studienendpunkt, die Zeit bis zur nächsten Exazerbation, war das Ergebnis nach Angaben von Kohlhäufl zunächst enttäuschend: Die Colistin-Gruppe entwickelte im Schnitt nach 165 Tagen eine Exazerbation, die Placebogruppe nach 111 Tagen - kein signifikanter Unterschied.

Der Vernebler hatte jedoch die Anwendung registriert; so konnte man die Teilnehmer herausgreifen, die therapietreu waren, also über 80 Prozent der verschriebenen Dosen verbraucht hatten. Hier ergab sich ein signifikanter Effekt: Unter Colistin traten im Schnitt erst nach 168 Tagen Exazerbationen auf, unter Placebo bereits nach 103 Tagen.

Die Exazerbationsrate bei guter Adhärenz lag bei 35 im Vergleich zu 82 Prozent. Die Keimlast, so Kohlhäufl, sei in der Colistin-Gruppe zudem signifikant geringer gewesen.
Lebensqualität hat sich verbessert

Kein signifikanter Gruppenunterschied ergab sich zwar bei der FEV1-Veränderung im Vergleich zum Ausgangswert. Dennoch hatte sich für die Patienten nach der insgesamt 26-wöchigen Therapie die Lebensqualität deutlich verbessert.

"Mit den inhalativen Antibiotika haben wir bei diesen gefährdeten Patienten nun eine therapeutische Option", kommentierte der Experte. Zum Teil sei diese bereits in den deutschen Leitlinien verankert. So trägt Colistin bei akuter COPD-Exazerbation und gleichzeitigem Nachweis von Bronchiektasien den Empfehlungsgrad B.

Die Therapie sei auch bei Aminoglykosid-resistenten Erregern möglich, ergänzte Kohlhäufl. Die Resistenz richte sich nach Serumspiegeln. Bei der inhalativen Therapie erreiche man jedoch am Zielort 100-fach höhere Werte: "Der Erreger wird durch die hohe Konzentration, die er lokal abbekommt, überrascht."

Vor Anwendung des Verneblers empfiehlt Kohlhäufl eine Testinhalation unter Lungenfunktionsmonitoring. Bei zehn Prozent der Patienten sei nämlich mit einem Bronchospasmus zu rechnen. (EO)

ursulakb

Beiträge: 1993

Re: Aerosoltherapie mit Colistin

07.01.2015 11:10:14

Hallo Kutscher,

ich haue niemanden ;-)
und freue mich über jede Info hier im Forum
und über jeden Beitrag
und gerade zum Pseudomonas sind alle Beiträge sehr interessant, da viele unserer Mitpatienten damit belastet sind.
Danke Dir für Dein aufmerksames Auge!
UrsulaKB

Kutscher

Beiträge: 555

Re: Aerosoltherapie mit Colistin

07.01.2015 11:50:22

ursulakb schrieb:

Hallo Kutscher,

ich haue niemanden ;-)
und freue mich über jede Info hier im Forum
und über jeden Beitrag
und gerade zum Pseudomonas sind alle Beiträge sehr interessant, da viele unserer Mitpatienten damit belastet sind.
Danke Dir für Dein aufmerksames Auge!
UrsulaKB

Da bin ich ja beruhigt, nicht verprügelt zu werden....

Bekomme seit kurzem über eine Freundin aus Hamm diese Berichte und werde solche, falls es nicht nervt, ins Forum stellen.
Besser 1x zuviel als umgekehrt, denn unsereins läuft ja auch nicht alle Tage zum Arzt und erkundigt sich....

LG Kutscher

ursulakb

Beiträge: 1993

Re: Aerosoltherapie mit Colistin

07.01.2015 12:17:52

Hallo Kutscher,
sehr schön, dass Du unser Forum bereicherst!
-> und hauen würde ich Dich sowieso nicht, denn ich glaube, dass wir uns persönlich kennen ;-)
UrsulaKB

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