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Kutscher

Beiträge: 543

Medikamenteninfo aus: Ärzte Zeitung....

14.12.2015 13:37:52

Hallo zusammen !

Hier mal ein paar Infos, welche evtl. hilfreich sein können:

Ärzte Zeitung, 14.12.2015

Neue Arzneien
Atemnot & LuFu noch besser im Griff

Neue Arzneien optimieren die Behandlung bei COPD und Asthma. Ergänzt werden die Optionen bei Patienten mit Lungenkrankheiten etwa auch durch ein Präparat zur Therapie bei idiopathischer Lungenfibrose.

Von Ingrid Kreutz

Zwei neue Fixkombinationen verbessern bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) die Symptomkontrolle:

Brimica® Genuair® (Berlin-Chemie) und Duaklir® Genuair® (AstraZeneca) enthalten Aclidinium/Formoterol. Die Fixkombi ist indiziert als bronchodilatatorische Erhaltungstherapie zur Linderung von Symptomen bei Erwachsenen mit COPD.

Die Fixkombi enthält 400 μg des langwirksamen Muskarin-Rezeptor-Antagonisten (LAMA) Aclidiniumbromid und 12 μg des langwirksamen Beta-2-Adrenorezeptor-Agonisten (LABA) Formoterol. Sie wird zweimal täglich inhaliert. Dadurch werden die Symptome über 24 Stunden gelindert. Appliziert werden die beiden Substanzen über den Trockenpulverinhalator Genuair®.

In der zulassungsrelevanten Studie wurde unter der Fixkombi nach 24 Wochen eine signifikante Verbesserung der Lungenfunktion eine Stunde nach der morgendlichen Inhalation (1-hour morning post-dose FEV1) gegenüber Placebo und den Monosubstanzen erzielt (BMC Pulm Med. 2014; 14: 178).

Die FEV1 besserte sich unter der Fixkombi um 299 ml vs. Placebo, um 125 ml vs. Aclidiniumbromid und um 139 ml vs. Formoterol alleine. Zudem besserte sich die Lungenfunktion vor der morgendlichen Inhalation (trough FEV1) signifikant um 143 ml versus Placebo und um 85 ml versus Formoterol. Auch profitierten die Patienten unter der Fixkombi von einer signifikanten Minderung der Dyspnoe, gemessen anhand des TDI.

Spiolto® Respimat® (Tiotropium/ Olodaterol, Boehringer Ingelheim) ist indiziert als Bronchodilatator zur Dauerbehandlung, um bei erwachsenen COPD-Patienten die Symptome zu lindern. Die Fixkombi enthält 2,5 μg des LAMA Tiotropiumbromid und 2,5 μg des LABA Olodaterolhydrochlorid.

Die Kombi zur einmal täglichen Anwendung führe bei Patienten, die eine COPD-Dauertherapie benötigen, von Anfang an zu signifikanten Besserungen der Lungenfunktion, der Lebensqualität und der Atemnot sowie zum reduzierten Verbrauch an Notfallmedikation im Vergleich zu Tiotropium (Spiriva®) alleine, so der Hersteller. Die Kombi sei eine vielversprechende Option für Patienten, die eine Dauertherapie benötigen, besonders für die frühe Intervention bei GOLD-II-Patienten.

Den positiven Effekt der Fixkombi auf die Lebensqualität belegten erneut die Phase-IIIb-Daten der Studien OTEMTO® 1+2. Sie zeigten, dass die neue Arznei zu konsistenten und klinisch relevanten Besserungen der Lebensqualität bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer COPD (GOLD II-III) im Vergleich zu Placebo führt (Res Med 2015; online 7. August).

Incruse® Ellipta® (Umeclidinium, GlaxoSmithKline) hat bereits die EU-Zulassung für die bronchialerweiternde Erhaltungstherapie zur Symptomlinderung bei Erwachsenen mit COPD. Im Februar 2016 wird es in den deutschen Markt eingeführt, teilt das Unternehmen GSK mit. Umeclidinium ist ein LAMA, das über den Inhalator Ellipta® einmal täglich inhaliert wird. Die Zulassung beruht auf sieben Phase-III-Studien mit über 2500 COPD-Patienten, die Umeclidinium oder Placebo erhalten hatten. Darin bekamen 576 Patienten die empfohlene Dosierung von 55 μg des Wirkstoffs einmal täglich.
Asthma

Auch in der Asthmatherapie gibt es therapeutische Innovationen:

Nucala® (Mepolizumab, GlaxoSmithKline) hat seit Kurzem die EU-Zulassung als Add-on-Therapie bei Erwachsenen mit schwerem refraktärem eosinophilen Asthma. Diese basiert auf Phase-III-Studien, in denen alle Patienten bereits hochdosiert inhalative Kortikoide erhielten plus eine weitere Dauermedikation. Der Interleukin-5-Antikörper Mepolizumab wird in einer Dosierung von 100 mg alle vier Wochen subkutan injiziert.

Acarizax® (ALK-Abelló) ist als Tablette zur spezifischen Immuntherapie (SIT) gegen Hausstaubmilben-Allergie zugelassen. Es sei das erste SIT-Präparat, das die Kriterien einer deutschen und europäischen Zulassung erfüllt sowohl für Rhinitis als auch für Asthma, sofern dieses mit inhalativen Kortikosteroiden nicht zu kontrollieren und mit einer allergischen Rhinitis vergesellschaftet ist, so der Hersteller. Das neue Präparat werde voraussichtlich ab Januar 2016 in Deutschland erhältlich sein.
Lungenfibrose

Neueinführungen hat es auch zur Therapie bei idiopathischer Lungenfibrose und bei Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (Alpha-1-Proteinase-Inhibitor-Mangel) gegeben:

Ofev® (Nintedanib, Boehringer Ingelheim) wird bei Erwachsenen mit idiopathischer Lungenfibrose (IPF) angewandt. Der Tyrosinkinase-Inhibitor kann die Krankheitsprogression verlangsamen. In den Phase-III Studien INPULSIS wurde die jährliche Abnahme der Lungenfunktion um 50 Prozent reduziert. Zudem senkte Nintedanib das Risiko akuter adjudizierter Exazerbationen statistisch signifikant um 68 Prozent.

Nintedanib inhibiert unter anderem die Rezeptoren von drei Wachstumsfaktoren: den Vascular Endothelial Growth Factor Receptor (VEGFR), den Fibroblast Growth Factor Receptor (FGFR) sowie den Platelet-derived Growth Factor Receptor(PDGFR). So werden Signalwege gehemmt, die an Pathomechanismen der IPF beteiligt sind

Respreeza® (Alpha-1-Proteinase-Inhibitor, CSL Behring) wird als Erhaltungstherapie angewandt, um das Fortschreiten eines Emphysems bei Erwachsenen mit nachgewiesenem schwerem Alpha-1-Proteinase-Inhibitormangel (zum Beispiel Genotypen PiZZ, PiZ(null), Pi(null,null), PiSZ) zu verzögern. Eine Durchstechflasche enthält zirka 1000 mg humanen Alpha-1-Proteinase-Inhibitor als Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung.

In der RAPID-Studie sei erstmals mit Signifikanz nachgewiesen worden, dass die Substitutionstherapie mit dem humanen Alpha-1-Proteinase-Inhibitor (A1-PI) Zemaira® - so heißt das Präparat in den USA - die voranschreitende Verringerung der Lungendichte bei A1-PI-Mangel verzögern kann, teilt der Hersteller mit.

Primärer Endpunkt war die Lungendichte, gemessen mittels CT-Scan - nach 0, 3, 12, 21 und 24 Monaten. Die jährliche Abnahmerate der Lungendichte (gemessen bei totaler Lungenkapazität) war unter dem neuen Präparat signifikant geringer (-1,45 g/l) als unter Placebo (-2,19 g/l) (Lancet 2015; online 28. Mai). Das entsprach einer signifikanten Verringerung um 34 Prozent. Auch die Abnahme der Lungenfunktion war signifikant geringer. (Mitarbeit: mal)

LG Kutscher

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