Kopfbild mit Logo
Suche:

Thema "Korrektur":

Boardübersicht Mein Profil letzte Beiträge

Forum | Sauerstoff-Langzeit-Therapie | Korrektur

Seite:  1 | 2  

Luft

Beiträge: 9

Korrektur

07.02.2008 20:10:21

Sorry, mein eigentlicher Beitrag ist irgendwie abrufbar, taucht aber im Forum nicht auf. Deswegen nochmal in Kopie:

Hallo da draußen.

Ich will niemandem die gute Laune verderben. Da es mir schon ernst damit ist, sollte nur der weiterlesen, der sich mit dem Tod auseinandersetzen will - und kann.

Mein Vater (77) leidet unter einem Lungenphysem, das vor gut 11 Jahren diagnostiziert wurde. Er hat bis Ende des Jahres geraucht. Bis zu dem Zeitpunkt als er bei mir zu Besuch war und in der Nacht noch ins Krankenhaus eingewiesen wurde. Keine Fachklinik, sondern auf der Inneren. Nach der Verlegung in eine Thoraxklinik wurde weiter mit Antibiotika und Cortison behandelt. Nach insgesamt vier Wochen Klinikaufenthalt kam die Entlassung. Die Diagnose: Stadium III und die Verordnung einer LOT. Empfohlen waren 2l/min. Mein Vater erhielt einen Konzentrator und alles schien auf dem Wege der Besserung. Doch das Gegenteil war der Fall! Von Tag zu Tag baute mein Vater ab, die Atemnot wurde immer größer. Mehrmals am Tag kamen Erstickungsanfälle. Also ließ er sich wieder in die Thorax einweisen. Das war vorgestern. Der Stationsarzt, der meenen Vater noch vor nicht einmal 14 Tagen entlassen hat, gibt ihm plötzlich nur noch zwei drei Wochen, vielleicht auch weniger. Die einzige Hoffnung, die er uns geben kann ist, dass das Cortison eventuell anschlägt. Kann das sein?
Ich weiß nicht, was ich machen soll.

Beitrag geändert von: Luft, am: 07/02/2008 20:52

Beitrag geändert von: Luft, am: 07/02/2008 20:53

Ruhrpottmotte

Avatar von Ruhrpottmotte

Beiträge: 2780

Re:Korrektur

08.02.2008 06:03:37

Hallo Markus,
es fällt mir jetzt schwer die richtigen Worte zu finden. Du schreibst, daß Dein Vater mit der Diagnose COPD Stadium III entlassen wurde und Sauerstoff 2 l/Min. Ich habe GOLD Stadium IV, bekomme auch 2 l/ Min. Hat Dein Vater sich nach Krankenhausentlassung einen Infekt geholt? Denn jede Erkältung/gripp. Infekt verschlechtert das Krankheitsbild. Bekommt dein Vater außer hoher Cortisontherapie auch noch andere Medikamente im Krankenhaus? Z.B. Bronchospasmin mit dem Diffuser, Antibiothika, Spiriva, Theophyllin? Markus spreche den Arzt direkt auf diese "3 Wochen" an wie er das meint bzw. wie er dazu kommt diese Äußerung so zu stellen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß der Arzt das nur "so dahin gesagt" hat. Ich spreche da aus Erfahrung. Meine Mutter, auch schwer COPD erkrankt, kam im Jahre 1993 um Mitternacht ins Krankenhaus, der Arzt sagte zu uns: Diese Frau stirbt. Am anderen Tag um 14.10 Uhr ist meine Mutter verstorben. Ich muß aber dazu sagen, daß meine Mutter in dieser Nacht auch noch einen Schlafanfall bekommen hatte. Und Jahre vorher schon hat sie jegliche Medikation abgelehnt und auch keine Medikamente eingenommen.
Ich hoffe für Deinen Vater, daß er in dem Krankenhaus in den besten Händen ist und die Ärzte alles für ihn tun und das die Therapie gut anschlägt.
Elke

Liebe Grüße Elke
launisch? Ich nenn das spontane emotionale Kreativität

Luft

Beiträge: 9

Re:Korrektur

11.02.2008 12:23:49

Hallo Elke,

danke für Deine liebe Antwort. Die Prognose für meinen Vater sprach der Stationsarzt gegenüber meiner Schwester aus. Am Abend dieses Tages schrieb ich die erste Mail im Forum. Ich bin am Tag darauf ins Krankenhaus und habe nicht mit dem Stationsarzt, sondern mit dem Oberarzt gesprochen. Der hat die AUssagen des Stationsrztes relativiert. In der Zusammenfassung sagte er, dass sich der Zustand meines Vaters deutlich verschlcehtert habe, man aber keine Prognosen abgeben könne, wie lange mein Vater durchhält. An Medikamenten bekommt er alles, was derzeit üblicherweise verabreicht wird (Cortison, Antibiotikum, Sprays etc.) Mein Vater hat sich etwas gefangen und kann sogar wieder allein zu Toilette, allerdings bekommt er nun bis zu 5 l. Hast Du Deinen Sauerstoff schon ein Mal erhöhen müssen und später wieder reduziert?
Ich habe wieder Hoffnung, dass er sich nun etwas stabilisiert. Ich weiß nicht, ob der Arzt einen Rückzieher gemacht, oder meine Schwester ihn falsch verstanden hat. Vielleicht ist beides der Fall. Ich habe eben geschrieben, dass ich wieder Hoffnung habe. Aber es ist schwierig, Hoffnung und Wunschdenken auseinanderzuhalten. Ich weiß, dass mein Vater sehr krank ist und die Angst, der Arzt hat doch nur einen Rückzieher gemacht, verschwindet einfach nicht ganz. Trotzdem: Ich bin sicher, dass mein Vater sich nicht aufgegeben hat und ich werde das auch nicht tun - genausowenig, wie Du aufgeben würdest!
Ich finde es toll, dass Du so mit Deiner Krankheit umgehen kannst und anderen Hilfe gibst.

Liebe Grüße

Markus

Ruhrpottmotte

Avatar von Ruhrpottmotte

Beiträge: 2780

Re:Korrektur

11.02.2008 15:14:14

Hallo Markus,

freue mich für Deinen Vater, daß er es schafft, wieder alleine zur Toilette zu gehen. Das ist doch schon ein kleiner Erfolg und man sieht, daß die Medikamente anfangen zu wirken.
Hoffentlich bekommt Dein Vater in dieser Klinik auch manuelle Therapie wie Klopfmassagen, heiße Rolle, Fahrradfahren im Bett mit dem Elektrofahrrad usw. Das ist auch sehr wichtig um den Kreislauf fit zu halten und das Fahrrad fahren bewirkt, daß die Muskulatur nicht so schlapp wird durch das viele Liegen. Wenn das Wetter es zuläßt, packe ihn warm ein, laß Dir einen Rollstuhl und trabren Sauerstoff geben und fahre ihn mal kurz etwas an die frische Luft. Bei dem herrlichen Sonnenschein tut das bestimmt gut.
Du fragst mich, ob mir schon mal der Sauerstoff erhöht wurde. bei meinem letzten Infekt wurde der Sauerstoff kurzfristig auf 4 l/Min. erhöht, aber nach dem die Medikamente angeschlagen hatten wurde er wieder auf 2 l/Min. runtergesetzt - was für mich auch ausreichte -. Aber wenn Dein Vater 4 l/Min braucht dann ist das auch okay, die Hauptsache ist, er bekommt damit dann genug Luft. Und aufgeben, nein, daß dürft Ihr nicht und schon gar nicht Hoffnung verlieren. Wichtig ist, daß keiner sich ihm nähert, der auch nur die geringsten Anzeichen einer Erkältung hat.
Zu deinem letzen Satz möchte ich Dir sagen, daß auch ich am Anfang ziemlich am Boden zerstört war. Man wurde in ein tiefes Loch geschubst - ich sowie natürlich auch mein Umfeld -. Dann wurde auch noch ein Kardinalsfehler gemacht, alles wurde mir abgenommen, alles wurde von mir fern gehalten. Also kam ich mir noch mehr überflüssig vor. Da das aber gar nicht mein Naturell ist fing ich an mich dagegen zu wehren und siehe da, meine alte Kämpfernatur kam wieder zum Vorschein. Heute mache ich alles was ich kann alleine und sage deutlich wo ich Hilfe brauche. Das klappt prima.
Markus, wenn Du Fragen hast, einfach nur schreiben, ich helfe so gut es geht. Manchmal hilft es auch wenn man schreibt einen seelischen Ballast abzuwerfen. Und das ist auch gut so.
Wünsche Dir alles Gute und Deinem Vater, daß es ihm täglich etwas besser geht und das er bald wieder bei Euch zu Hause sein kann.
Ganz liebe Grüße sendet Dir
Elke

Liebe Grüße Elke
launisch? Ich nenn das spontane emotionale Kreativität

Luft

Beiträge: 9

Re:Korrektur

11.02.2008 18:01:40

Hallo Elke,

es ist schön zu erfahren, dass Kraft und Hoffnung keine Bepackzettel benötigen...

Ich habe jetzt meinen Vater und meiner Schwester noch einmal gesagt, sie sollen sich um eine manuelle Therapie kümmern. Leider wohne ich nicht am Ort und kann nur am Wochenende hinfahren. Also bleibt mir lediglich das Telefon. Sie wollen sich morgen darum kümmern.

Warum gibt man eigentlich nicht dauerhaft Cortison, so wie das bei Rheuma gemacht wird, oder ist mein Vater eher der Einzelfall?

Ich werde morgen auf Geschäftsreise gehen und kann erst Freitag wieder reinschauen. Dir bis dahin alles Gute und viel Sonne!

Bis bald

Markus

Ruhrpottmotte

Avatar von Ruhrpottmotte

Beiträge: 2780

Re:Korrektur

12.02.2008 05:44:37

Hallo Markus,
das medikament Cortison hat viele Nebenwirkungen und trotzdem ist es ein Segen, daß es dieses Medikament gibt. Bei unserer Erkrankung wird Cortison als Stoßtherapie eingesetzt, d.h. am Anfang der Therapie sehr hoch über mehrere Tage und dann wird es reduziert. Bei mir war dies 100 mg am Tag über mehrere Tage und wurde dann reduziert bis auf 5 mg. Diese 5 mg war meine Erhaltungsdosis. Und jedes mal wenn ich mir eine Infektion eingefangen habe fing das Spiel von vorne an. Ich habe dadurch einen cortisonabhängigen Diabetes bekommen. Am Anfang (2004) hat man versucht den Diabetes mit Tabletten zu behandeln. Diese Tabletten hatten bei mir wiederum eine Nebenwirkung ausgelöst, und zwar habe ich fast alle meine Haare verloren, so daß ich dann auf Insulin umgestellt wurde. Seit Dezmeber 2007 bin ich zum erstenmal, natürlich mit Absprache meines Lungenfacharztes, ganz raus aus dem Cortison. Meine Zuckerwerte sind seit dem total wieder im Normalbereich. Auch geht es mir nicht schlechter als mit dieser Erhaltungsdosis. Jetzt am kommenden Freitag habe ich lungenfachärztliche Kontrolle ob das subjektive Empfinden auch mit den diagnostischen Werten übereinstimmt. Aber mein Gefühl sagt mir eindeutig: ja.
Ich möchte das Cortison nicht verteufeln, zu dem Zeitpunkt wo ich so mies dran war, habe ich es unbedingt gebraucht und trotz Nebenwirkungen würde ich es jederzeit wieder nehmen wenn ich es benötigen würde. Ich hoffe, ich habe Deine Frage hiermit anschaulich beantwortet.
Wenn Du meinen Beitrag liest, bist Du von der Geschäftsreise ja wieder zurück und ich hoffe, daß diese für Dich erfolgreich verlaufen ist.
Liebe Grüße Elke

Liebe Grüße Elke
launisch? Ich nenn das spontane emotionale Kreativität

Ruhrpottmotte

Avatar von Ruhrpottmotte

Beiträge: 2780

Re:Korrektur

12.02.2008 10:00:14

Hallo Markus,
da fällt mir gerade doch noch was ein, frage den Arzt ob Dein Vater nicht eine Anschlußheilbehandlung (AHglasses bekommen kann, denn dort können die sich intensiv um Deinen Vater kümmern und ihn vielleicht ein wenig "fitter" machen. Wenn der Arzt dem zustimmt, dann kann das über den Sozialen Dienst des Krankenhauses in die Wege geleitet werden. Bei einer AHB kommt dann dein vater innerhalb von 14 Tagen nach Krankenhausaufenthalt zur Reha.
Wäre vielleicht ja auch eine Möglichkeit die in Betracht gezogen werden könnte.
Lieben Gruß Elke

Liebe Grüße Elke
launisch? Ich nenn das spontane emotionale Kreativität

Luft

Beiträge: 9

Re:Korrektur

18.02.2008 10:15:38

Hallo Elke,

da ich am Wochenende bei meinen Eltern war, kann ich erst jetzt antworten. Meinem Vater geht es wieder etwas besser. Allerdings wurde das Antibiotikum höher dosiert. Die Ärzte sagen, er kommme, wenn alles glatt laufe, kommenden Freitag aus der Klinik. Mal abwarten. Eine Reha lehnt mein Vater ab. obwohl die Ärzte ihm das dringend empfehlen. Warum kann ich Dir nicht sagen. Er hält halt nichts davon und sagt, das bringe ihm nichts. Vielleicht hat er auch Angst, dass er dann nicht mehr heimkommt und ins Altersheim gehen muss, was natürlich völliger Quatsch wäre.

Mal sehen, was man zuhause machen kann mit Physiotherapie etc.

Wie geht es Dir bei diesem sonnigen, aber kalten Wetter?

Liebe Grüße an Dich

Markus

Ruhrpottmotte

Avatar von Ruhrpottmotte

Beiträge: 2780

Re:Korrektur

18.02.2008 13:04:59

Hallo Markus,
schön, daß Du Dich meldest. Ich freue mich zu lesen, daß es Deinem Vater etwas besser geht.
Wenn Euer Vater nicht in die Reha möchte dann muß man das akzeptieren. Ganz bestimmt gut tun wird im die physikalische Therapie, die er auf jeden Fall sich verordnen lassen sollte. Je nach dem wie es Deinem Vater geht, kann der verordnende Arzt ja auch bei der physikalischen Therapie "in häuslicher Umgebung" ankreuzen (wenn Dein Vater z.B. nicht in der Lage ist in die therapeutische Praxis hinzukommen).

Bei dem schönen sonnigen, aber kalten Wetter, geht es mir gut. Die klare Luft bekommt mir persönlich gut und Sonne hebt bei mir immer die Stimmung.

Jetzt winke ich dir zu aus dem schönen Ruhrgebiet
Elke

Liebe Grüße Elke
launisch? Ich nenn das spontane emotionale Kreativität

Luft

Beiträge: 9

Re:Korrektur

19.02.2008 21:36:39

Hallo Elke,

die Sonne möge Dir viele warme Stunden schenken...

Ich muss mich kurz halten, da ich ins Bett und morgen früh raus muss. Das mit der Physiotherapie werde ich auf jeden Fall meinem Vater weitergeben. Er übt tapfer und kämpft, denn er kommt übermorgen aus dem Krankenhaus. Ich melde mich bald wieder.

Liebe Grüße

Markus

Seite:  1 | 2  

Neue Artikel

Änderung

Website zuletzt geändert am

19.01.2018

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen
Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen.
Kontrollieren Sie dies hier.

© Deutsche Sauerstoff- und BeatmungsLiga LOT e.V. - Selbsthilfegruppen für Langzeitsauerstoff- und Beatmungstherapie